"Völlig absurd": Polarforscher-Legende skizziert wahre Gründe für Trumps Grönland-Ansprüche
Autor: Teleschau
, Montag, 19. Januar 2026
Laut eigener Aussage beansprucht Donald Trump Grönland aus Sicherheitsgründen für die USA. Polarforscher Arved Fuchs kauft ihm das nicht ab. Neben der MAGA-Agenda sieht Fuchs einen weiteren Beweggrund Trumps in etwas, mit dem er selbst sich hervorragend auskennt: dem Meer.
Geht es US-Präsident Donald Trump bei seinen Besitzansprüchen auf die dänische Teilkolonie Grönland tatsächlich um die Sicherheitsinteressen seines Landes? Das gibt der Republikaner in der Öffentlichkeit vor. Einer, der Trump das nicht abnimmt, ist Meeresbiologe Arved Fuchs. Für ihn sind Trumps Ansprüche "völlig absurd". Die Voraussetzungen für das, was Trump vorgibt, erreichen zu wollen, seien nämlich bereits gegeben. Das legte der Forscher, der durch mehrere Fernsehdokumentationen bekannt wurde, in der "NDR Talk Show" dar.
"Es gibt seit den 40er-Jahren die Möglichkeit, dass die US-Armee durchaus militärische Präsenz auf Grönland haben kann", erläuterte Fuchs. "Da sind Flugplätze, die von den Amerikanern eingerichtet wurden und sukzessive aufgegeben wurden. Dass was jetzt vorgegeben wird, nämlich für nationale und internationale Sicherheit zu sorgen, diese Möglichkeiten bestehen jetzt schon aufgrund dieser bestehenden Verträge."
"Das mit der militärischen Präsenz ist glaube ich vorgeschoben"
Auch Spekulationen, dass es Trump in erster Linie auf die Bodenschätze der Insel abgesehen haben könnte, erteilt er eine Absage. Zum einen gehe es Trump schlicht um sein Motto "Make America Great Again" und darum, "als der Präsident in die Geschichte einzugehen, der Amerika größer gemacht hat, im wahrsten Sinne des Wortes". Einen weiteren Beweggrund sieht der Polarforscher in etwas, mit dem er sich sehr gut auskennt.
"Es geht darüber hinaus auch um die Ozeane", stellte Fuchs in der Talkshow fest. Mit diesen habe man "200 Meilen Wirtschaftszone. Da gibt es Fischereirechte, natürlich auch Bodenschätze und die Nähe zum Nordpol, was geopolitisch wichtig ist. Das mit der militärischen Präsenz ist, glaube ich, vorgeschoben."
Arved Fuchs gilt seit den späten 70er-Jahre als führender deutscher Polarforscher. Schlagzeilen machte seine gemeinsame Südpol-Expedition mit Reinhold Messner im Jahr 1989. Fuchs erreichte als erster Mensch beide Pole der Erde innerhalb nur eines Jahres zu Fuß.
Quelle: teleschau – der mediendienst