Vier Millionen Zuschauer im Kino: Einer der erfolgreichsten französischen Filme aller Zeiten läuft im Free-TV

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Monsieur Claude und seine Töchter
Die hübschen Töchter von Monsieur Claude haben beim Heiraten ihren eigenen Kopf. Von links: Frédérique Bel, Élodie Fontan, Julia Piaton und Émilie Caen.
ARD Degeto/2014 Neue Visionen Filmverleih GmbH
Monsieur Claude und seine Töchter
Chao (Frédéric Chau, links), David (Ary Abittan) und Rachid (Medi Sadoun, rechts) wehren sich gegen einen neuen Schwiegersohn in ihrer Runde.
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Monsieur Claude und seine Töchter
Odile (Julia Piaton) heiratet David (Ary Abittan). Ihr Vater bemängelt, dass der Traummann Jude ist.
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Monsieur Claude und seine Töchter
Monsieur Claude ist nicht ganz zufrieden mit der Partnerwahl seiner Töchter Laure (Élodie Fontan), Isabelle (Frédérique Bel) Odile (Julia Piaton) und Ségolène (Émilie Caen) (von links). Auch sein neuer Schwiegersohn Charles (Noom Diawara) missfällt ihm gewaltig.
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Monsieur Claude und seine Töchter
Charles' Vater André Koffi (Pascal N'Zonzi, links) und Laures Vater Claude Verneuil (Christian Clavier) müssen tiefe Gräben überwinden.
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Monsieur Claude und seine Töchter
Die Schwiegermütter Viviane Koffi (Tatiana Rojo, links) und Marie Verneuil (Chantal Lauby) wissen, dass das Wohl der Kinder im Vordergrund stehen muss.
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Stereotypen strapazieren, bis sie brechen - das will Asterix-Darsteller Christian Clavier in der gallischen Multikulti-Komödie "Monsieur Claude und seine Töchter".

Meist bewahrt Monsieur Claude Verneuil (Christian Clavier) die Fassung. Aber das Geschenk des jüdischen Schwiegersohns David (Ary Abittan) für den erzkonservativen, reichen, in Ehren ergrauten Notar aus der Provinz ist doch starker Tobak: die Vorhaut seines beschnittenen Enkelsohns. Murrend schickt er sich an, gemäß dem Ritus das gute Stück in seinem Garten zu begraben. Nur ist der Hund schneller. Erst als Monsieur Claude einen ihm sehr passend erscheinenden Ersatz findet, kehrt sein Humor zurück. Selten geht es in der Multikulti-Komödie "Monsieur Claude und seine Töchter" (2014) so drastisch, grimmig und turbulent zu, immer aber schonungslos. Kein Klischee über Hautfarbe oder Konfession wird ausgelassen, alle bekommen ihr Fett weg.

In den Zeiten der Globalisierung fällt die Liebe ihrer Töchter dorthin, wo der gut situierte Gaullist Monsieur Claude und seine nicht weniger distinguierte Gattin Marie (Chantal Lauby) sie nicht so gerne keimen sehen. Odile (Julia Piaton) verheiratet sich mit dem Juden David, Ségolène (Émilie Caen) wählte den chinesisch-stämmigen Chao (Frédéric Chau) und Isabelle (Frédérique Bel) den Muslim Rachid (Medi Sadoun). Alles Franzosen - nur für Monsieur Claude nicht ganz die richtigen, auch wenn sie die Marseillaise zu schmettern wissen.

Unterhaltsame Komödie, die Stereotypen hinterfragt

Wenigstens Laure (Élodie Fontan), die vierte Tochter, soll einen Katholiken heiraten. Dazu ist Laure durchaus bereit. Nur eben nicht den Schnösel, den ihre Eltern ausgeguckt haben, sondern einen Schauspieler - den Schwarzen Charles Koffi (Noom Diawara). Vater Claude und Mutter Marie stehen unter Schock, und auch die schon etablierten Schwiegersöhne fragen sich, ob mit der anstehenden neuen Verbindung der ethnisch-religiöse Regenbogen nicht überspannt wird.

Über das Glück von Laure und Charles entscheiden letztlich Monsieur Claude und sein afrikanisches Alter Ego, Charles' Vater André (Pascal N'Zonzi). So offensiv "Monsieur Claude und seine Töchter" mit allen Kulturkreisen umgeht, so festgefügt ist die Hierarchie zwischen Alt und Jung.

Über zwölf Millionen Menschen gingen in Frankreich ins Kino, um "Monsieur Claude und seine Töchter" zu sehen. In Deutschland sahen knapp vier Millionen Zuschauer die unterhaltsame Komödie. Die Strategie systematischer Abnutzung der Stereotypen, bis der Mensch hervorkommt und die Liebe siegt, ging auf. Verantwortlich dafür war vor allem Hauptdarsteller Christian Clavier. Großartig nuanciert gibt er den Traditionalisten, der liberal sein will, aber es nie ganz schafft, der sarkastisch provoziert und gleichzeitig erstklassiger Streitschlichter sein kann.

Quelle: teleschau – der mediendienst