"Verträgt sich Homosexualität mit Ihrem Religionsverständnis?": Lanz lockt muslimische Publizistin aus der Reserve
Autor: Teleschau
, Mittwoch, 17. Juni 2026
Markus Lanz" diskutierte am Dienstagabend mit seinen Gästen über Religion und gesellschaftliche Werte. Mit einer direkten Frage zur Homosexualität im Islam setzte der Moderator die muslimische Publizistin Khola Hübsch unter Druck und zwang sie zu einer klaren Position.
Bei "Markus Lanz" entbrannte eine Grundsatzdebatte, als sich Khola Hübsch zum Weltbild im Islam äußerte. Dabei sagte sie zunächst zum Thema Kopftuch: "Kopftuchverbote - das ist eigentlich das Gleiche wie Kopftuchgebote." Eine Steilvorlage für Autorin Güner Balci, die wissen wollte: "Setzen Sie sich dafür ein, dass Kinder das nicht tragen müssen?" Die Publizistin antwortete zunächst vage: "Das Kinderkopftuch ist theologisch gesehen nicht vorgeschrieben." Als Güner Balci konkret fragte, ob sie "für ein Verbot des Kinderkopftuchs" sei, stellte Khola Hübsch klar, dass sie "gegen ein Verbot" sei. "Dann ist den Kindern nicht geholfen", konterte Güner Balci. Hübsch konterte mit ernster Miene: "Wenn Sie das Betteln verbieten, dann schaffen Sie die Armut nicht ab." Ein Satz, der Lanz sichtlich irritierte: "Das ist ein schräger Vergleich!"
Khola Hübsch forderte daraufhin: "Ich bin dafür, dass man ganz klar pädagogische Überzeugungsarbeit leistet, dass man mit Menschen spricht, mit Eltern spricht, die zum Beispiel ihre (...) Mädchen zwingen." Der ZDF-Moderator hakte interessiert nach: "Also Sie bestreiten nicht, dass es das gibt?" Die Publizistin wiegelte ab: "Es ist ein absolutes Randphänomen. Wir haben keine Zahlen dazu in Deutschland." Als Lanz mit "Nur weil wir keine Zahlen haben ..." dagegen hielt, stichelte die Publizistin: "Dann sorgen wir dafür, dass wir diese Zahlen haben!" Der ZDF-Moderator echauffierte sich über die Forderung und stellte klar: "Entschuldigung, ich bin nicht das Statistische Bundesamt!"
Daraufhin fragte er: "Verträgt sich Homosexualität mit Ihrem Religionsverständnis?" Eine Frage, auf die Hübsch zunächst keine konkrete Antwort fand: "Das können Sie einen Menschen jüdischen Glaubens oder einen Katholiken genau so fragen." Dann zeigte sich Hübsch plötzlich nachdenklich: "Ganz klar, es ist aus religiöser Sicht als Muslim nicht gottgefällig, Homosexualität zu praktizieren. Aber das ist bei jüdischen Menschen und bei katholischen Menschen nicht anders." Sie stellte abschließend klar: "Ich bin absolut gegen jede Diskriminierung von homosexuellen Menschen. Ich würde mein Leben für sie geben. Sie können unsere Moscheen besuchen. Ich würde alles dafür tun, dass sie nicht verfolgt werden, belästigt werden, diskriminiert werden."
Quelle: teleschau – der mediendienst