Victoria kündigt Job, um am Strand zu leben - dann zieht sie in GenZ-Doku bittere Bilanz
Autor: Gianluca Reucher
, Montag, 19. Januar 2026
In der ZDF-Reportage "My Make or Break" werden drei junge Arbeitnehmer der Generation Z in ihrem Job begleitet. Sie alle sind mit ihrer Situation unzufrieden und streben eine Veränderung an. Bei der Verwirklichung ihrer Träume werden sie allerdings schnell von der Realität eingeholt.
"Die junge Generation ist der wichtigste Teil des zukünftigen Arbeitsmarktes": Das sagt Alexandra Spitz-Oener, Wirtschaftsprofessorin an der Humboldt-Universität zu Berlin, in der ZDF-Doku "My Make or Break". Denn: "Die Arbeitskräfte-Knappheit, die wir jetzt schon sehen, wird noch viel mehr steigen in der Zukunft", weiß die Expertin.
Doch wie belastbar ist die Generation Z? In der dreiteiligen Doku werden drei junge Arbeitnehmer begleitet, deren Job ihnen über den Kopf zu wachsen droht.
Software-Ingenieurin Victoria (Name geändert) erzählt in der zweiten Folge mit dem Titel "Endlich bin ich frei!", dass sie nach ihrem fünfwöchigem Urlaub am Meer "mit sehr viel Motivation und sehr viel Energie" wieder angefangen habe zu arbeiten. "Das hat mir so einen richtigen Boost gegeben", erinnert sie sich. Doch nach nur einem halben Jahr ändert sich die Situation plötzlich.
In der Zeit habe sie gemeinsam mit einer Kollegin sehr viel Arbeit in ein Projekt gesteckt. "Ich war gestresst", berichtet Victoria. "Ich hatte den Eindruck, egal, wie gut ich arbeite, mit den Randbedingungen, die ich habe, kann ich nicht die Qualität liefern, die ich gerne möchte." Sie habe das Gefühl gehabt, sie repräsentiere etwas, woran sie gar nicht glaube. Victoria weiter: "Das ist mir super schwergefallen, weil ich mich da wie eine Heuchlerin gefühlt habe." Sie habe sich schließlich die Frage gestellt: "Wofür mache ich diesen Stress eigentlich?"
"Ich konnte mit dieser vollkommenen Freiheit nicht so gut umgehen"
Schon in der ersten Folge der ZDF-Reportage ("Ich muss jetzt was ändern!") hatte Victoria starke Zweifel an ihrem Job als Software-Ingenieurin geäußert, auf den sie kurz zuvor in ihrem Studium noch erfolgreich hingearbeitet hatte. "Was mache ich hier eigentlich? Ich habe jetzt angefangen zu arbeiten und so sieht der Rest meines Lebens aus. Das kann es irgendwie nicht sein", sagte sie da. In der zweiten Folge fasst sie den Entschluss, zu kündigen.
Es ist eine Entscheidung, die sich für die junge Arbeitnehmerin "wie ein Befreiungsschlag" anfühlt. "Ich habe dann gedacht: Ich arbeite noch ein Jahr, ich spare noch Geld an und dann gehe ich reisen", verkündet Victoria. Gesagt, getan. Sie geht nach Australien, um sich ihren Traum von vollkommener Freiheit zu erfüllen: ein Leben am Strand, mit Meeresrauschen einschlafen und wieder aufwachen, keine Verpflichtungen. Doch wirklich glücklich wird Victoria nicht.
Sie stellt fest: "Einerseits fand ich es total toll, dass ich nicht arbeiten musste, dass ich diese Freiheit hatte, dass ich nicht aufstehen musste. Und gleichzeitig hatte ich dadurch das Gefühl, dass ich nicht so richtig in die Gänge komme. Ich konnte irgendwie mit dieser vollkommenen Freiheit, die ich mir ja gewünscht habe, nicht so gut umgehen."