"Wie eine Zecke": Verrücktes Duell der "Bares für Rares"-Händler endet mit doppeltem Schätzpreis
Autor: Bettina Friemel
, Freitag, 24. Juli 2026
Der Verkäufer hielt sein Flohmarktschnäppchen für "nutzlos", und doch löste sein Objekt ein unerwartetes Wettbieten im Händlerraum aus.
"Eine sehr schöne Pumpe", blitzten Horst Lichters Augen in der Freitagsausgabe der ZDF-Trödelshow. Beeindruckt schaute "Bares für Rares"-Experte Detlev Kümmel den Moderator an: "Ich staune, du hast es sofort erkannt!" Lichter kannte sogar den Mechanismus und führte vor: "Saugen - drücken - saugen - drücken." Er war begeistert: "Irre!"
Verkäufer Günther, der von seinem Sohn Klaus begleitet wurde, erzählte: "Das habe ich vor etwa 45 Jahren mal auf einem Flohmarkt entdeckt." Damals zog er mit seinem Studentenkumpel los: "Einfach aus Lust am Handeln haben wir da gefeilscht." Wie viel er für die Pumpe bezahlt hatte, wusste er nicht mehr: "Ich habe bestimmt nicht viel Geld dafür ausgegeben, weil es war für mich eigentlich nur schön, aber eigentlich praktisch nutzlos."
"Wir haben hier eine Duplexpumpe", brachte Detlev Kümmel sein Fachwissen ein. "Also eine Doppelkolbenpumpe, die durch Ansaugen Wasser anzieht und durch den Druck Wasser auch wieder abgibt." Das Modell aus den 1900er- bis 1910er-Jahren diente als Lehrhilfe in Schulen und Universitäten, um das Pumpsystem zu veranschaulichen, das bereits seit 1830 genutzt wurde.
Als Hersteller verriet die Messing-Plakette Ferdinand Ernecke aus Berlin, Hoflieferant des Kaisers von Preußen. "Von daher sehen wir schon, dass wir da auch noch eine sehr hohe Qualität erwarten dürfen", meinte Kümmel.
Walter Lehnertz: "Was bist du irre!"
Über 150 Euro hätte sich Günther bereits gefreut, Detlev Kümmel stellte sogar 180 bis 200 Euro in Aussicht: "Dafür gibt es auch Sammler." Günther strahlte: "Ja toll!"
Mit Walter Lehnertz und Jos van Katwijk waren zwei Kaufinteressenten schnell gefunden. "Weißt du, wofür du das aber auch nehmen kannst?", fragte Lehnertz seinen niederländischen Kollegen. "Für Felder zu begießen. Tulpenfelder." Noch starteten die beiden gut gelaunt in die Verhandlung. "Ich fange mit 78 Euro an", gab Julian Schmitz-Avila Walter Lehnertz die Vorlage für dessen 80-Euro-Gebot. Schnell lag der Preis bei 200 Euro und Jos van Katwijk wollte damit den Sack schon zumachen.
"210 Euro!", legte Lehnertz schnell nach. "Wie bist du denn da hinten drauf?", empörte er sich. "220 Euro!", ging van Katwijk mit. Ab jetzt wurde die Verhandlung zum persönlichen Duell. "Wir haben die Expertise, das wissen wir schon", wusste Lehnertz. "300 Euro glatt, dann bist du weg", grinste van Katwijk. "Sei vorsichtig mit solchen Aussagen", ahnte Liza Kielon, dass Lehnertz dadurch noch mehr angestachelt werden würde. "Was bist du irre!", rief Lehnertz über den Händlertisch.