Verkäuferin verlässt "Bares für Rares" nach Traum-Deal "absolut geflasht"
Autor: Michael Eichhammer
, Dienstag, 01. Sept. 2026
Nur 50 Euro hätte die Verkäuferin in der Dienstagsfolge von "Bares für Rares" (ZDF) für ihr schmuckes Objekt verlangt. Zum Glück konnte die Expertin sie davon abhalten. Im Händlerraum kam es zum erbitterten Gefecht weit über dem Preiswunsch.
"Hach, ich bin ganz versunken!", schwärmte Wendela Horz. Horst Lichter nannte das bunte Verkaufsobjekt "schnuckelig". Der Moderator fand: "Man sieht es, man will es haben, man weiß aber nicht wofür und eigentlich braucht es kein Mensch." Die Zierdose sei "ganz, ganz süß", war Wendela Horz weiter voll des Lobes. Der Moderator gab zu bedenken: "Aber es wird wieder weggeben." Anke aus Blieskastel im Saarland war nicht nur beruflich Verkäuferin: Am Dienstag wollte sie privat ihr Mitbringsel an den Händler bringen.
Lichter war neugierig, wie sie an das Verkaufsobjekt gekommen war. "Unsere Kinder haben ein altes Bauernhaus gekauft von 1856", erzählte Anke. "Das war noch komplett eingerichtet mit Schlüppis im Schrank und allem Pipapo." In einer Dose mit Modeschmuck war das Objekt. "Ich dachte mir, das sieht nach ein bisschen mehr aus als Modeschmuck", erinnerte sich Anke. "Ein entzückendes Döschen und es ist auch schon ziemlich alt", wusste die Expertin. Die kleine Zierdose habe "mindestens 100 bis 120 Jahre auf dem Rücken".
Die Messingdose war auf beiden Seiten emailliert. Die Unterseite sei in besserem Zustand, beobachtete die Expertin. Das Objekt erinnere zwar an "wunderbare russische Silberarbeiten", doch sei es keine Handarbeit. Das erkannte Horz beim Blick nach innen. Wendela Horz erkannte "eine serielle Fertigung mit einer Matrize, in die diese Messingbleche eingedrückt wurden". Dadurch seien die äußeren Felder entstanden, in welche die verschiedenen Emaille-Pulver aufgetragen wurden, so die Schmuck-Expertin.
"Alles schon entschieden, Elke kauft"
Der Messingkorpus war laut Horz "nicht so furchtbar aufwendig und teuer", dennoch seien die Arbeiten "sehr schön und fein ausgeführt". Die Expertin schwärmte vor allem von der "schönen Farbigkeit". Sie stellte aber auch fest, dass die Vergoldung nicht original war. "Leider kein Gold, kein Silber", resümierte Horst Lichter. Enttäuscht? Dafür gab es keinen Grund!
Ankes Wunschpreis von 50 Euro wollte Wendela Horz nicht gelten lassen. Zu sehr hatte sie sich in das Objekt verguckt. "In der Größenordnung werden diese Döschen oft gehandelt", stimmte die Expertin zwar zu, doch fand sie speziell dieses Modell "ganz entzückend". Sie glaubte, "dass es viele Leute anspricht". Anke freute sich über die Expertise: 100 bis 120 Euro!
Anke suchte sich eine bestimmte Person aus, vor der sie die Verpackung ihrer Zierdose abstellte. Elke Velten erkannte: Auf der Schachtel stand "Für dich". Ein Zeichen? "Alles schon entschieden, Elke kauft", scherzte Fabian Kahl. "Eine kleine Pillendose", klang Velten noch sachlich. Emaille erkannte die Händlerin. "Aber kein Edelmetall?", erkundigte sie sich bei Anke. "Messing", wusste die Verkäuferin. Sie erklärte, die Dose käme aus dem österreichisch-ungarischen Raum, hergestellt in den 1910er-Jahren.
"Das ist so hübsch!", war Elke Velten nun angetan. Christian Vechtel war aus einem anderen Grund interessiert: "Ich finde, das ist auch was Praktisches, was man heute noch nutzen kann." Er nahm die Dose unter die Lupe und bemängelte "ausgebrochene Kleinigkeiten". Die Unterseite sei in besserem Zustand, so Anke. Doch Christian Vechtel blieb gelassen: "Alles gut für das Alter." Elke Velten machte das erste Gebot: 100 Euro. "Das ist ein großer Schritt", kommentierte Markus Wildhagen.