Zwei Kerzenleuchter lösten in der ZDF-Trödel-Show zunächst bei der Expertin einen Sturm der Begeisterung aus - und dann einen handfesten Streit unter den "Bares für Rares"-Händlern.
"Das ist was ganz Besonderes", verriet die "Bares für Rares"-Expertin Wendela Horz gleich zu Beginn einer Expertise in der Freitagsausgabe der ZDF-Trödelshow. Das weckte Horst Lichters Neugier: "Da bin ich sehr gespannt." Denn er sah nur zwei Kerzenleuchter aus Silber.
Die sollte Christiane aus Hamburg für ihre kürzlich verstorbene Freundin verkaufen: "Die stammen aus der Familie ihres Mannes. Der Mann hatte Vorfahren, davon war einer ein wichtiger Pfarrer aus Prenzlau, und der hat diese Dinge von seiner Gemeinde geschenkt bekommen."
Mehr wusste die Verkäuferin nicht. Umso gespannter lauschten nun alle der Analyse der Expertin: "Wir haben hier zwei wunderbare Leuchter, sogenannte Meissonnier-Leuchter, benannt nach einem Pariser Goldschmied, einem Hofkünstler." Das klang bereits vielversprechend, deutete es doch auf die Zeit des Rokoko hin. Typisch war die Asymmetrie, wie Wendela Horz am Umriss des Fußes zeigte: "Da ist nichts in irgendeiner Form symmetrisch."
"Alles ist in Bewegung", beschrieb sie die gesamte Gestaltung. Typisch auch, "dass die einzelnen Bestandteile so ineinander überfließen". Anhand der Punzen schätzte sie: "Wir bewegen uns in der Zeit der 1770er-Jahre." Horst Lichter machte große Augen: "1770?" Horz nickte: "Das sind zwei wirklich alte Freunde." Außerdem belegten die Punzen die Legierung von 750er Silber.
Hinter der Markierung "MYEER" vermutete die Expertin einen Silberschmied namens Meyer, den genauen Namen fand sie nicht heraus. "Aber Fakt ist: Diese Leuchter sind 250 Jahre alt und wurden ganz von Hand gemacht", betonte Horz.
"Habe solche Leuchter hier noch nie gesehen"
Einer der Leuchter wurde repariert, trotzdem konnte sie den Wunschpreis von 1.000 Euro verdoppeln. "Allein der Silberankaufswert liegt bei 1.200 Euro", deshalb hielt Wendela Horz einen Preis von 2.000 Euro für angemessen - "gerne auch drüber".
Im Händlerraum begannen die Augen sofort zu leuchten. "Ich denke, dass diese Kerzenleuchter wirklich 200 Jahre alt sind", bewunderte Wolfgang Pauritsch die Antiquitäten. "Dann sind sie Rokoko", war auch Julian Schmitz-Avila angetan. "Sie haben uns ein ausgesprochen schönes Leuchter-Paar mitgebracht", begrüßte Friedrich Häusser die Verkäuferin. "Wir waren von Anfang an alle begeistert", schwärmte Pauritsch.