Vanessa (35) lebt mit erhöhtem Brustkrebs-Risiko - dann trifft sie eine schwere Entscheidung
Autor: Paula Oferath
, Freitag, 09. Oktober 2026
Eine ARD-Doku begleitet Frauen, deren Leben durch eine BRCA2-Genmutation verändert wird. Während Vanessa vor der Entscheidung über eine vorsorgliche Brust-OP steht, erhält die Schwester einer Betroffenen während der Dreharbeiten ein Ergebnis, das ihr Leben verändert.
Am Ende ist es eine Entscheidung, die nur sie selbst treffen kann. Die BR-Reportage "Tu ich's ...? Soll ich mir die Brüste entfernen lassen?" (abrufbar in der ARD-Mediathek) begleitet Vanessa auf ihrem persönlichen Weg. Die 35-Jährige ist verheiratet und, wie sie selbst sagt, "glückliche Mama" von zwei Kindern. Doch die junge Frau steht vor einer schwierigen Entscheidung: Sie ist Trägerin einer BRCA2-Genmutation und hat dadurch ein deutlich erhöhtes Risiko, im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs zu erkranken.
"Es ist eine lange Reise", weiß Vanessa. Soll sie mit dem erhöhten Brustkrebs-Risiko leben oder sich vorsorglich ihre gesunden Brüste entfernen lassen? Als sie erfährt, dass sie die Genmutation von ihrer Mutter geerbt hat, steht die junge Frau zunächst unter Schock. Kurz darauf stirbt ihre Mutter an Krebs. Damit wird die Frage für Vanessa noch drängender. Sie muss sich damit auseinandersetzen, ob sie sich prophylaktisch die Brüste entfernen lassen möchte.
"Ich möchte zeitnah eine Entscheidung treffen", weiß Vanessa. Gleichzeitig beschäftigt sie die Frage, wie ihr Körper nach dem Eingriff aussehen wird. "Mir ist bewusst, dass es hinterher nicht mehr so ausschaut wie jetzt." Vielleicht wird Vanessa ihre neuen Brüste "lieben" oder vielleicht auch "gar nicht".
"Wenn ich es verhindern kann, dann werde ich alles dafür tun"
Während der Dreharbeiten lernt Vanessa Michaela kennen. Auch sie trägt das BRCA2-Gen in sich. Bei ihr ist die Erkrankung eingetreten. Nach ihrer Chemotherapie entscheidet sie sich für eine Mastektomie. Auch Michaelas Schwester Kathrin steht vor einer schwierigen Situation. Bislang wollte sie sich nicht auf die Genmutation testen lassen. "Sie hat immer gesagt, sie will es nicht wissen", erklärt Michaela. Doch die Erkrankung ihrer Schwester bringt Kathrin zum Umdenken. Das Ergebnis ihres Gentests erhält sie noch während der Dreharbeiten: Auch sie trägt eine BRCA2-Genmutation in sich.
"Ich war ziemlich unter Schock", so Kathrin. Sie hatte gehofft, dass Gen nicht in sich zu tragen. "Wenn ich es verhindern kann, dann werde ich alles dafür tun", erklärt Kathrin. Die Krankheitsgeschichte ihrer Schwester habe sie stark geprägt und sei für sie "ein Weckruf" gewesen.
Am Ende der Doku steht für Vanessa die Entscheidung fest: Sie will sich operieren lassen. "Der OP-Termin steht tatsächlich auch schon", so Vanessa. "Ich fühle mich richtig gut mit dieser Entscheidung". Trotzdem hat sie Respekt vor dem Eingriff: "Der Weg liegt noch vor mir und er wird nicht einfach und dessen bin ich mir auch bewusst."
Die Doku "Tu ich's ...? Soll ich mir die Brüste entfernen lassen?" läuft am Montag, 5. Oktober, um 22.45 Uhr im BR. In der ARD-Mediathek ist die Doku bereits verfügbar.