Urlaubs-Reporter Giesel stellt Fake-Mönche - da eskaliert die Lage: "Wir zeigen das im Fernsehen"
Autor: Paula Oferath
, Freitag, 17. Juli 2026
Ein Armband, eine angebliche Spende, und plötzlich beginnt eine filmreife Verfolgungsjagd. TV-Moderator Peter Giesel kommt in Seattle vermeintlichen Mönchen auf die Spur. Dann eskaliert die Situation.
Sie stehen plötzlich direkt vor einem, bitten um eine Spende und streifen einem wie selbstverständlich ein Armband über das Handgelenk. Vermeintliche Mönche sammeln am Pike Place Market, einem der größten Touristenmagneten Seattles, angeblich Geld für den Bau eines Tempels. In der am Donnerstag ausgestrahlten ersten Folge der neuen Staffel "Achtung Abzocke - Urlaubsbetrügern auf der Spur" geht TV-Moderator Peter Giesel den Betrügern auf die Spur und gerät dabei in eine Konfrontation, die fast schon filmreif ist.
Mehr als zehn Millionen Menschen besuchen jedes Jahr den Pike Place Market, einen der ältesten durchgehend betriebenen Bauern und Fischmärkte der USA. Zwischen den Touristen stehen an nahezu jeder Ecke Männer in orangefarbenen Kutten und bitten um Spenden. Eigentlich wollen Giesel und sein Team das Geschehen zunächst nur beobachten. Doch schneller als gedacht trägt Giesel bereits ein Armband am Handgelenk. Die gewünschte Spende beträgt 20 Dollar (circa 17,50 Euro). Bargeld hat er zwar nicht dabei, doch das ist für die vermeintlichen Mönche kein Hindernis. Bezahlen mit Kreditkarte sei selbstverständlich ebenfalls möglich.
Peter Giesel will wissen: "Wo wohnt denn so ein Abzocker?"
Auch Giesels Kollegin Vera wird wenig später angesprochen und aufgefordert, 20 Dollar zu spenden. Auffällig ist jedoch, dass die Geschichten der angeblichen Mönche nicht zusammenpassen. Während Giesel erklärt wird, das Geld sei für einen Tempel in Taiwan bestimmt, hört Vera von einem Tempel an einem völlig anderen Ort.
Besonders krass: Giesel und sein Team haben diese Masche bereits 2022 auf dem Times Square in New York erlebt. Dieselben Armbänder, dieselbe Vorgehensweise und sogar dasselbe Bild des vermeintlichen Tempels. "Wo wohnt denn so ein Abzocker?", fragt sich Giesel.
Gemeinsam mit seinem Team nimmt er die Spur der Männer auf. Eine Entscheidung, die sich später noch als äußerst wertvoll erweisen wird. Ein Reporter verfolgt die vermeintlichen Mönche von Seattle bis in einen Vorort, in dem sie wohnen. Schon in einem Park legen sie ihre Mönchskutten ab und steigen anschließend ganz gewöhnlich in einen Bus. Spätestens jetzt ist klar, dass es sich keinesfalls um Geistliche handelt.
"Du kannst mich anspucken, sooft du willst"
Mit diesem Wissen startet Giesel am nächsten Tag einen neuen Versuch. Dieses Mal nicht mehr undercover, sondern mit dem Ziel, die Männer direkt zur Rede zu stellen. "Entschuldigen Sie meine Herren, mich würde interessieren, warum Sie sich gerade umgezogen haben?", fragt er einen Mann, der seine Mönchskutte gerade in seinem Rucksack verstaut. Die Reaktion fällt deutlich aus. "Lass uns in Ruhe", faucht der Ertappte zurück.
Doch Giesel bleibt hartnäckig. "Ihr seid keine Mönche, ihr seid Abzocker, ihr seid Diebe." Die Situation eskaliert. Einer der Scammer spuckt Giesel vor die Füße. "Du kannst mich anspucken, sooft du willst", entgegnet er ruhig. Kurz darauf holt der Mann eine Wasserflasche hervor, überschüttet Giesel und sein Team und wirft die Flasche schließlich in Richtung des Kameramanns. Trotz der angespannten Situation lässt Giesel nicht locker. Er will wissen, wo das Spendengeld tatsächlich landet. Als die Männer schließlich in ihren Bus steigen und die Heimreise antreten, ruft Giesel ihnen noch hinterher: "Wir zeigen das im Fernsehen."