Unterschätztes Meisterwerk: Einer der besten Psycho-Thriller der letzten 25 Jahre läuft im Free-TV
Autor: Teleschau
, Freitag, 09. Oktober 2026
Neben seinen anderen Klassikern ein unterschätztes Highlight: Martin Scorsese schickt Leonardo DiCaprio in eine düstere Irrenanstalt.
Nur eine morsche Holztür trennt Teddy Daniels noch von der Wahrheit. Er zittert. So sehr, dass er das Gewehr in seinen feuchten Händen kaum noch halten kann. Doch er muss durch diese Tür. Hinter ihr liegen die Antworten auf all seine Fragen. Die Erklärungen für all die seltsamen Dinge, die Daniels in den vergangenen Tagen auf dieser Insel der Verdammten sah. Und die wahren Gründe dafür, warum er selbst diesen Ort nicht mehr verlassen darf. "Shutter Island" (Sonntag, 11. Oktober, 22.15 Uhr, ARTE) von Regisseur Martin Scorsese ist keine leichte Kost. Es ist auch Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio zu verdanken, dass der düstere Mysteryfilm einen bleibenden Eindruck beim Zuschauer hinterlässt.
Man muss den zugrundeliegenden Thriller von Dennis Lehane nicht gelesen haben, um schon bei der Ankunft auf der Insel zu wissen, dass hier etwas nicht stimmt. Mit donnernden Cellos kündigt Regisseur Martin Scorsese an, dass Teddy Daniels bald in Schwierigkeiten stecken wird. Und das Publikum auch. Denn es dauert nicht lang, bis sich jeder die Frage stellt, wem man in dieser Geschichte überhaupt noch trauen kann.
Scorsese zieht dem Zuschauer den Boden unter den Füßen weg
Um das Verschwinden einer Patientin zu klären, wird US-Marshal Daniels (DiCaprio) 1954 nach Shutter Island beordert: ein Gefängnis, in dem geisteskranke Schwerstverbrecher untergebracht und behandelt werden. Mörder, die in ihrer eigenen Welt leben. "Normal", erklärt eine Krankenschwester, "macht keinen besonders großen Teil unseres Alltags aus". Auf mysteriöse Weise entwischte die dreifache Kindsmörderin Rachel Solando (Emily Mortimer) aus dieser von Wasser, Felsen und Elektrozäunen umgebenen Festung. Es ist nun an Daniels und seinem neuen Partner Chuck (Mark Ruffalo), die Entflohene zu finden.
Doch während Daniels unter den wachsamen Augen des Klinikleiters Cawley (Ben Kingsley) die Pfleger und Insassen von Shutter Island verhört, wird klar, dass auch der Ermittler nicht frei von Dämonen ist: Mehr als seine häufigen Migräneanfälle plagen ihn die Bilder, die sich während seiner Soldatenzeit bei der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau bei ihm einbrannten. Viel schlimmer noch nagen an ihm jedoch die Erinnerung an seine Frau (Michelle Williams), die ums Leben kam, als ein Pyromane namens Andrew Laeddis ihr Haus in Brand steckte. Und genau ihn glaubt Daniels auf Shutter Island finden zu können.
Zentimeter für Zentimeter entziehen Scorsese und sein vortrefflich gewähltes Ensemble dem Publikum den Boden unter den Füßen, bis es keine andere Wahl mehr hat, als der Spur zu folgen, die Drehbuchautor Laeta Kalogridis auslegte. Zwar gerät die an sich spannende, dicht erzählte Handlung bisweilen ins Stocken, doch ist der Betrachter gefesselt bis hin zum großen Finale, das den Film in besonderer Weise prägt.
Quelle: teleschau – der mediendienst