"Unerträgliche" Diskussion: Maybrit Illner wird der eigene Talk zu "anstrengend"
Autor: Doris Neubauer
, Freitag, 06. Februar 2026
Weg mit einem Feiertag, der telefonischen Krankschreibung und dem Acht-Stunden-Tag - die Ideen, um die marode Wirtschaft wieder in Gang zu bringen, klingen beinah bizarr. Kann mehr Arbeit unseren Wohlstand retten? Darüber war man sich bei "Maybrit Illner" am Donnerstag uneinig.
"Ich hätte nicht gedacht, dass das so anstrengend ist", seufzte Maybrit Illner, als die Debatte an diesem Donnerstag mal wieder aus dem Ruder lief, und sie die Diskussion mehr schlecht als recht wieder in geordnete Bahnen zu lenken versuchte. Die ZDF-Moderatorin konnte einem fast schon leid tun. Denn in der Sendung zum Thema "Mehr schuften - Wohlstand retten?" war die Stimmung mehr als aufgeheizt.
Immer wieder verstrickten sich die Gäste - CDU-Kanzleramtsminister Thorsten Frei, Katharina Dröge von den Grünen, Yasmin Fahimi (Vorsitzende Deutscher Gewerkschaftsbund DGB), der Ökonom Michael Hüther und Journalist Robin Alexander - in hitzige Wortgefechte. Stein des Anstoßes war die Idee der Union, für eine Wirtschaftswende das Teilzeitrecht einzuschränken.
Teilzeit hätte zu mehr Beschäftigung von Frauen geführt und sei deshalb eine absolute Erfolgsgeschichte, betonte etwa Katharina Dröge. "Was die CDU Lifestyle genannt hat, ist eine absolute Unverschämtheit für die Lebensrealität von Frauen", empörte sie sich in der Sendung erneut über das ursprüngliche Wording seitens der Union. "Wie abgehoben muss man sein, so eine Debatte zu führen?"
Dass der "herablassende Begriff" gestrichen und der Teilzeitanspruch von Erziehern, Menschen in Weiterbildung und Pflegende weiterhin per Gesetz geregelt bleiben sollte, ignorierte die Grünen-Politikerin. Es sei ein "bewusstes Missverstehen", warf Robin Alexander ihr und ihrer Partei vor, damit eine notwendige Debatte "kaputt zu machen".
Während es ihm als Journalisten um die Fakten ginge, sprang CDU-Kanzleramtsminister Thorsten Frei ein, um die Sache zu verteidigen: "Das ist Ihre Interpretation. Das ist falsch", widersprach er - eine Behauptung, die er der nächsten Stunde mehrfach tätigen würde. "Typisch Grüne", konnte und wollte er es nicht anders formulieren, "typisch für Ihre Politik, dass Sie den anderen sagen, wie sie ihr Leben führen möchten".
"Verdrehen Sie es nicht", wollte Dröge das so nicht auf sich sitzen lassen. Es sei vielmehr die Union, die diese Freiheiten einschränken wollte. Im Umfeld der Union komme seit Jahren immer der Vorwurf, Beschäftigte seien nicht leistungsbereit genug, ergänzte Gewerkschafterin Yasmin Fahimi: "Das ist schäbig und respektlos", kritisierte sie die "fehlgeleitete" Debatte um die Teilzeitarbeit, die die Schuld bei den Beschäftigen ablege.
"Ne, das tun wir nicht", hielt Frei dagegen. Generell wolle seine Partei niemanden zur Arbeit verpflichten oder drängen. Vielmehr ginge es darum, dass sich die Arbeit für die Menschen lohne. "Wir sollten Rahmenbedingen so setzen, dass niemand aufgrund seiner Verhältnisse auf Vollzeit verzichten muss", betonte er.