Und worum ging es diesmal? Den Verlust staatlicher Ordnung, häusliche Gewalt oder das Recht des Stärkeren? Oder war es die Täuschung an sich - weil im Film niemand seinem Gegenüber traute? Das Thema des Krimis blieb auch nach dem Action-Ende mit explosivem Showdown auf dem Polizeirevier unklar - und seine Story etwas diffus.
Wo finden Opfer häuslicher Gewalt Schutz?
Die schockierendste Szene des "Tatort" hatte mit dem eigentlichen Fall nur am Rande zu tun. Gewalttäter Meisner tötet seine Frau, die er zuvor regelmäßig geschlagen hat. Lena Odenthal bleibt nur die Rettung des Babys - und das Auffinden der Leiche von dessen Mutter.
Frauenhäuser können Opfer von Gewalttaten in Beziehungen schützen. In Deutschland gibt es rund 400 Einrichtungen mit etwa 7.400 bis 7.800 Plätzen. Nach offiziellen Angaben fehlen mehr als 13.000 Plätze, deshalb müssen Frauenhäuser immer wieder Schutzsuchende abweisen. Das Gewalthilfegesetz ist seit Februar 2025 in Kraft. Die Sicherstellungsverantwortung der Länder gilt ab 2027, der individuelle Rechtsanspruch für Betroffene aber erst ab 1. Januar 2032. Bis dahin gibt es keinen einklagbaren Anspruch auf einen Platz. Bei akuter Gefahr gilt der Notruf 110.
Wie lange macht Ulrike Folkerts noch weiter?
Im Mai wurde Ulrike Folkerts 65 Jahre alt, auch wenn die sportlich top-fitte Schauspielerin um einiges jünger wirkt. Im Jubiläums-Interview mit der Agentur teleschau zum 25. Fall mit Lisa Bitter positioniert sich Folkerts klar zu ihrer Zukunft als Lena Odenthal: "Ich kann es mir nicht vorstellen, aufzuhören. Das wird hart, wenn meine Zeit beim 'Tatort' zu Ende geht. Ich bin glücklich, dass ich in dieser Rolle älter werden darf."
Auf die Frage, ob sie die 100 Fälle voll machen wird, antwortet sie: "Das wären noch 15, und ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen. Für mich hat sich diese Rolle nicht abgenutzt." Klingt danach, als bliebe uns jene Ermittlerin, die schon ermittelte, als die Mauer in Deutschland - gerade noch - stand, noch eine Weile erhalten.
Wie geht es beim "Tatort" in Ludwigshafen weiter?
Den nächsten Fall mit Odenthal und Stern, "Tatort: Im Nebel", wird man Anfang 2027 sehen können. Geschrieben wurde der 85. Fall Odenthals von Karlotta Ehrenberg, inszeniert hat Saralisa Volm. Es ist eine Beziehungsgeschichte: Ein junger Mann wurde absichtlich überfahren. Fühlte sich seine Ex-Freundin von ihm gequält?
Themen wie Druck, Ghosting und Nicht-loslassen-können werden verhandelt. Ein psychologischer Fall, bei dem auch der titelgebende Nebel eine bedeutende Rolle spielen soll. Ein weiterer Dreh mit Ulrike Folkerts und Lisa Bitter wird im November 2026 stattfinden und soll mit Kunstraub zu tun haben. Tom Lass wird inszenieren.
Quelle: teleschau – der mediendienst