Über 400 Jahre alter "Schatz" war im Garten vergraben: "Bares für Rares"-Händler zahlt Liebhaber-Preis
Autor: Bettina Friemel
, Freitag, 02. Oktober 2026
Manchmal sitzt im Händlerraum bei "Bares für Rares" genau die richtige Person für eine Rarität. So wie bei diesem antiken Kräuterbuch, das zwar desolat aussah, dafür vom Händlerteam sofort als "Schatz" identifiziert wurde ...
"Das ist ein Schatz!", erkannte das "Bares für Rares"-Händlerteam sofort den unbezahlbaren Wert der Rarität. Dabei dachte die Verkäuferin anfangs noch: "Hier bist du total verkehrt ..."
"Oha", seufzte Horst Lichter über den desolaten Zustand des antiken Buches, das der Experte Detlev Kümmel behutsam mit Handschuhen durchblätterte. "Ich würde mal spontan sagen: Das braucht Hilfe, von einem Restaurator und Buchbinder." Dem konnte der Experte nur zustimmen.
Doch was auf den ersten Blick nach einem Stapel zerfledderter Seiten aussah, barg ein umfangreiches Wissen über Heilkräuter, hübsch gestaltet mit kolorierten Holzschnitten.
"Es würde sich lohnen, dieses Buch zu retten"
"Du hast ein dolles Ding mitgebracht", begrüßte Horst Lichter Jutta aus Weyhe. "Dieses Buch ist seit nachverfolgbar vier Generationen im Familienbesitz", verkündete die Verkäuferin stolz. Den Zustand begründete sie ebenfalls: "Es ist während der Kriegszeiten im Garten vergraben worden, dadurch hat es Nässe gekriegt." Allerdings wurde ihr immer ans Herz gelegt, gut darauf aufzupassen, "es sei was wert".
Das konnte Detlev Kümmel bestätigen, denn vor ihm lag ein Sammelwerk über Heilkräuterlehre aus der Zeit zwischen 1610 und 1614. "Dieses Buch hat eine wirklich sehr alte Vorlage, und zwar von Pedanius Dioscorides. Ein Heiler und Pharmakologe, der schon im ersten Jahrhundert mit dem römischen Heer umherzog", erklärte er.
"Dieses Wissen wurde dann in sieben Bücher zusammengefasst" und von weiteren Wissenschaftlern ergänzt, unter anderem von Petrus Uffenbach. "Der hat das für uns auch in die deutsche Sprache übersetzt", erklärte Kümmel weiter. Er riet zur kostspieligen und aufwändigen Restaurierung: "Es würde sich lohnen, dieses Buch zu retten." Juttas Wunschpreis konnte der Experte mit einem Schätzwert von 1.000 bis 1.200 Euro bestätigen.
Verkäuferin: "Ich habe gedacht: Hier bist du total verkehrt"
Das Händlerteam wusste sofort: Hier liegt eine außergewöhnliche Rarität, die bewahrt werden muss. "Ich bin wirklich baff. Ich habe schon viel Pharmazie gehabt, aber das ist selten", meinte Sarah Schreiber. "Irre! So ein Schatz eigentlich!", nickte Lisa Nüdling.