TV-Tipp: Düsterer Thriller mit einem der besten Plot-Twists aller Zeiten läuft im Free-TV
Autor: Teleschau
, Dienstag, 27. Oktober 2026
Wo endet die Realität, wo beginnt das Spiel? Regisseur David Fincher ("Sieben", "Fight Club") schickt Michael Douglas in seinem Thriler "The Game" in ein verwirrendes Spiel zwischen Leben und Tod.
Sein oder nicht sein - das ist die "The Game"-Frage. Wäre alles nur ein Spiel, ließe es sich doch befreiter leben, möchte man meinen. Niederlagen würden das Leben nur interessanter machen, Siege wären nicht einkalkulierte Dreingaben. In David Finchers düsterem Thriller "The Game" (Mittwoch, 27. Oktober, 20.15 Uhr, ARTE) erhält der steinreiche Investment-Banker Nicholas Van Orten (Michael Douglas) zu seinem 48. Geburtstag ein merkwürdiges Präsent: ein Spiel, das Van Orten zwar zur Hauptperson erklärt, bei dem er aber niemals weiß, wer hier wie die Fäden zieht. Er wird von allen möglichen Seiten oder zum Teufel gejagt, im Grunde genommen gibt es ihn sogar gar nicht mehr. Alles das Resultat eines ausufernden Geburtstagsgeschenks - oder etwa doch nicht?
Van Ortens Bruder Conrad (Sean Penn), ein Mensch Marke "unbeschwert", schenkt Nicholas dieses Spiel. Eine undurchsichtige Organisation beeinflusst ohne Regeln das Leben des Probanden. Van Orten wird zur Marionette in einem verwirrenden Psychotrip. Da platzen plötzlich geschäftliche Pläne, Kugelschreiber laufen aus, eine ebenso rätselhafte wie attraktive Frau (Deborah Kara Unger) tritt in das Leben des arroganten Einzelgängers, der sich bald - wie auch der Betrachter - die Frage stellt: Ist das alles wirklich noch ein Spiel, oder sind die Ereignisse längst aus den Fugen geraten? Denn es wird mit der Zeit immer gefährlicher für ihn.
Wo endet das Spiel?
Regisseur David Fincher ("Fight Club", "Sieben") baut in düsteren Bildern vor dem Hintergrund mitunter apokalyptisch wirkender Szenarien ein Spannungsgefüge auf, das sich am Ende in einer einzigen Szene entlädt. Fincher macht Filme, die man gerne ein zweites Mal sehen würde, sich fragend, ob alle Regeln der Logik beachtet wurden. In "The Game" ist das garantiert nicht so, der Verlauf der Ereignisse baut auf unglaublichen Zufällen auf. Vor allem die letzten Minuten sind eher als metaphorische Auflösung denn als sinnvolles Ende akzeptabel. "The Game" ist in erster Linie eine Charakterstudie seiner zentralen Figur.
Nicholas Van Orten ist hartherzig, übertrieben ehrgeizig, verlogen und berechnend. Dass ihn dieses Spiel, das all diese Eigenschaften gleichfalls auf sich vereint, zu einem besseren Menschen machen könnte, erscheint ziemlich absurd. Aber David Fincher zwingt den Zuschauer zur Aufmerksamkeit. Er richtet den Blick starr auf die Frage, wann das Spiel enden und die Wahrheit beginnen wird. Wenn die Antwort bekannt wird, darf die Seifenblase platzen.
Quelle: teleschau – der mediendienst