"Mit diesen Leuten verbindet uns nichts!" - CDU-Mann erteilt Zusammenarbeit mit AfD klare Absage
Autor: Teleschau
, Freitag, 04. Sept. 2026
Soll die CDU nach der Wahl mit der AfD zusammenarbeiten? Bei "Maybrit Illner" plädierte Journalistin Nena Brockhaus dafür, die Brandmauer zumindest zu hinterfragen. Unionspolitiker Dennis Radtke widerspricht entschieden.
Soll, ja, muss die CDU nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit der AfD reden, vielleicht sogar regieren? Muss also die sogenannte Brandmauer fallen? Bei Maybrit Illner (ZDF) plädierte am Donnerstagabend, drei Tage vor der Wahl in dem ostdeutschen Bundesland, die Journalistin Nena Brockhaus ("Welt TV") dafür, dass die Union auf die rechte Partei von Spitzenkandidat Ulrich Siegmund zugehen soll. "Wenn 43 Prozent das wollen, dann müssen doch wenigstens Gespräche geführt werden. Das ist doch demokratisch", sagte Brockhaus unter Verweis auf aktuelle Umfragen, die einen deutlichen Vorsprung der AfD bei der Wahl prognostizieren.
Zwar verwies die Journalistin auf einige in ihren Augen problematische Programmpunkte der AfD in Sachsen-Anhalt, etwa, was Inklusion und Schulpflicht angeht. Brockhaus plädierte dennoch dafür, es einfach mal auszuprobieren: "Vielleicht macht Herr Siegmund dann sogar einen guten Job, wir wissen es Stand jetzt nicht", orakelte sie. Und mutmaßte dann, die AfD könnte durch eine Regierungsbeteiligung in Sachsen-Anhalt vielleicht sogar entzaubert werden. Dann nämlich würden die Menschen sehen, was für eine Politik die Partei wirklich mache und was das für sie konkret bedeute. Zudem wäre die AfD "aus der Opferrolle" raus.
Es sei ihrer Meinung nach jedenfalls "ein Schlag ins Gesicht" der Wählerinnen und Wähler, sollte nach der Wahl die CDU mit SPD, Grünen und unter Duldung der Linken eine "Regenbogen-Koalition" bilden, wie Brockhaus das Konstrukt nannte. Vielmehr müsse die CDU der AfD nach der Wahl ein Angebot machen: "Wenn ihr euch ändert ... dann würden wir auch mit euch koalieren". Dazu müsse sich die AfD nicht nur von einigen politischen Forderungen verabschieden, sondern auch von Teilen ihres umstrittenen Personals.
Mit ihrer Position stand die Journalistin in der Sendung mit dem Titel "Der Osten wählt - die letzten Tage der Brandmauer?" indes ziemlich alleine da. Für die Union war der EU-Abgeordnete Dennis Radtke im Studio. Er erteilte einer Koalition mit der AfD eine klare Absage: "Sie können doch die CDU, meine Partei, nicht dazu verpflichten, mit einer Partei zu reden und zu verhandeln, die diametral dem entgegensteht, was christdemokratische DNA ist", entgegnete Radtke fassungslos auf den Vorstoß von Journalistin Brockhaus. Die AfD - deren Landesverband in Sachsen-Anhalt vom dortigen Verfassungsschutz als "gesichert rechtsextrem" eingestuft wurde - sei anti-europäisch, pro-russisch und anti-westlich.
"Mit diesen Leuten verbindet uns nichts", so Radtke, der seine Parteifreunde in Sachsen-Anhalt eindringlich vor einem Ende der sogenannten Brandmauer warnte: "In dem Moment, wo wir mit dieser Partei zusammenarbeiten, sie in Verantwortung bringen, in diesem Moment ist die CDU kaputt."
Sehen Sie die "Maybrit Illner"-Sendung in voller Länge jederzeit hier: https://www.zdf.de/politik/maybrit-illner.
Quelle: teleschau – der mediendienst