Autorin Juli Zeh verliert bei Illner die Fassung: "Sie wollen das jetzt nicht als humanitäre Intervention framen?"
Autor: Doris Neubauer
, Freitag, 10. April 2026
Nach 40 Tagen Krieg im Iran stehen am Wochenende Verhandlungsgespräche an. Nicht nur die Frage "Trump und Iran: Sieg, Niederlage oder Chaos?" sorgte bei Maybrit Illner für Diskussion. Vor allem bei der Völkerrechtsfrage prallten die Meinungen aufeinander.
"Sie wollen das jetzt aber nicht als humanitäre Intervention framen?" - Der Gesichtsausdruck von Schriftstellerin und Juristin Juli Zeh sprach Bände. Schon als CDU-Politiker Norbert Röttgen bei Maybrit Illner ausführte, die völkerrechtliche Frage des gemeinsamen Angriffs der USA und Israel auf den Iran sei für ihn nicht so klar, blieb ihr fassungslos der Mund offen. Die 93 Millionen Iraner und Iranerinnen seien für ihn immer die entscheidende Orientierung gewesen, erklärte das Mitglied des Auswärtigen Ausschusses in der ZDF-Talkshow, die sich am Donnerstagabend mit dem Thema "Trump und Iran: Sieg, Niederlage oder Chaos?" befasste. Da Zigtausende - "30.000", half ihm Sigmar Gabriel von der "Atlantik-Brücke e.V." mit einer Zahl aus - von diesem Regime niedergemäht wurden, sei er sich über die Völkerrechtswidrigkeit des Kriegs nicht so sicher.
Mehr brauchte er nicht zu sagen, da unterbrach ihn Juli Zeh auch schon. Auf ihre kritische Frage, ob er das Geschehen als humanitäre Intervention begreife, kam zwar ein "Nein, nein". Doch dann trat ihm erneut der ehemalige SPD-Außenminister Gabriel zur Seite: Dass das Völkerrecht ausgerechnet einem Staat helfe, der "das Völkerrecht seit Jahrzehnten mit den Füßen tritt, im Innen wie im Außen ist schon ein bisschen skurril." Es war eine Aussage, die die politisch engagierte Autorin so nicht stehen lassen konnte und wollte.
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Quelle: teleschau – der mediendienst