TV-Ermittler verabschiedet sich heute nach zwölf Jahren von ZDF-Erfolgskrimi
Autor: Teleschau
, Donnerstag, 29. Januar 2026
Der Chef sagt Servus: Christoph Süß verlässt die beliebte Krimireihe "München Mord". Zuvor muss er in seinem letzten Fall mit dem Ermittler-Trio noch den Tod eines Spitzenkochs aufklären. Vorbild war der wahre Fall des "Badenwannenmörders".
Seit dem Reihenauftakt im Jahr 2014 war er der Chef, der das "München Mord"-Team anwies, zurechtwies und nicht selten gängelte. Die Freude, dass der wenig sympathische Kriminaloberrat Zangel in seinem 22. Fall den Hut nimmt, dürfte aber zumindest vor den Bildschirmen überschaubar sein. Zu unterhaltsam hat der Kabarettist und Moderator Chrstoph Süß die Rolle in zwölf Jahren ausgestaltet.
Der 58-Jährige verlässt die beliebte Krimireihe aus privaten Gründen, wie er bereits vergangenes Jahr ankündigte. Nicht jedoch, ohne zuvor die ZDF-Kommissare Neuhauser (Marcus Mittermeier), Flierl (Bernadette Heerwagen) und Schaller (Alexander Held) noch einmal zu nerven. Er findet es unglaublich, wie das Trio den Mordfall an sich zog: Eine Privatbekanntschaft Neuhausers rief die Ermittler zur Kneipe, wo die Leiche von Maximilian Dobek (Manuel Cortez) gefunden wurde.
Einblicke in die raue Welt der Edelrestaurants
Wie man anfangs in der Folge "Im Zweifel für den Zweifel" zu sehen bekommt, war der Chefkoch des Edelrestaurants Tanoshimi kurz vor seiner Emordung von Inhaber Penkofer (Lukas Turtur) gefeuert worden. "Kaum ein Tag, an dem ich nicht einen Gast beruhigen muss", rügte ihn der Besitzer nach der Beschwerde über ein zähes Filet. Ließ die Kochkunst des Ermordeten nach? Wie angespannt war die Stimmung in der Küche? Ins Visier gerät vor allem Kollege Oliver Gerg (Shenja Lacher), der nun sein Nachfolger wird ...
Vor der Kulisse eines verschneiten Münchens blicken Ermittler und Zuschauer in die raue Welt der Edelrestaurants, hinter deren Fassaden oft Machtkämpfe toben. Unter obligatorischen Wortwitzen ("zu viele Köche") gerät das Trio in den turbulenten Küchenalltag, hektische Kochszenen inklusive. Zudem erfährt man von den realen Problemen der Branche: "Nach der Pandemie ist es wirklich schwierig geworden, Köche zu finden. Viele haben den Beruf gewechselt."
Dieser wahre Fall war Vorbild des "München Mord"-Krimis
Lehrreich, seltener belehrend, kommt das Drehbuch von Friedrich Ani und Ina Jung auch bei den großen juristischen Fragen daher. "Gerechtigkeit - gibt's das überhaupt?", philosophiert Neuhauser, übertroffen nur vom kryptischen Schaller: "Manchmal wohnt die Gerechtigkeit in einem Zimmer, zu dem die Justiz keinen Schlüssel besitzt".
Die Binse, dass jeder bis zur Verurteilung als unschuldig gilt, seziert der nachdenklich stimmende Krimi auf mehreren Ebenen. Ebenso die Frage, was passiert, wenn jemand zu Unrecht verurteilt wird. Der Film orientiert sich am realen Fall des jahrelang unschuldig inhaftieren "Badewannenmörders" in Bayern. Auch Gerg beharrt auf seiner Unschuld, im aktuellen wie im zurückliegenden Fall, den das Trio zum Ärger des Staatsanwalts noch einmal aufrollt.
"Einmal Täter immer Täter" - dieser Satz fällt nicht nur einmal. Jeder habe eine zweite Chance verdient, glaubt Flierl an das Gute im System. Allein die Möglichkeit eines Fehlurteils macht sie fassungslos ("Das darf es doch gar nicht geben bei uns"). Die Fallhöhe zwischen Anspruch und Fehler der Justiz wird hier genüsslich ausgespielt.