"Tut weh" - "Bares für Rares"-Verkäuferin trennt sich nach 70 Jahren von Wegbegleiter
Autor: Natalie Cada
, Mittwoch, 11. Februar 2026
Erst sorgte die besondere Skulptur von "Bares für Rares"-Verkäuferin Ingeborg für Verwirrung in der ZDF-Sendung - und dann für einen berührenden Moment: "Der ist geliebt worden."
"Ich werde ihn vermissen", gestand die Verkäuferin in der Mittwochsausgabe der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" mit Horst Lichter. Sie trennte sich nur schweren Herzens von ihrer finnischen Keramik, die sie ihr ganzes Leben begleitet hat. Auch im Händlerraum wurde es emotional - trotz flapsiger Papageien-Witze.
Ingeborg aus Dormagen brachte eine außergewöhnliche Tierskulptur mit, die erstmal Rätsel aufgab: Handelte es sich um einen Pinguin, Adler oder doch Papagei? Die Verkäuferin sorgte schnell für Klarheit. Denn über ihre Adlerskulptur wusste sie bestens Bescheid - schließlich begleitete sie der Vogel bereits seit 70 Jahren.
1958 erhielt die Familie die Skulptur von einer finnischen Austauschschülerin. Die Verkäuferin kannte aber nicht nur die Herkunft des Stücks, sondern auch den Künstler Ulf Tikkanen sowie die Manufaktur Arabia - "eine der bekanntesten Keramikfabriken Finnlands". Bianca Berding nickte und auch Lichter war beeindruckt: "Du bist gut vorbereitet."
Der finnische Vogel habe ihr in jungen Jahren "zum ersten Mal gezeigt, dass es andere Länder und Menschen gibt, die anders reden und anders leben", erzählte Ingeborg. Für sie wurde die Skulptur zu einem Wegweiser durchs Leben. "Er hat mir gesagt: Schau dir die Welt an, die Welt ist schön, lass dich nicht einsperren. Und das habe ich auch gemacht."
Rarität begleitet Verkäuferin Ingeborg bereits 70 Jahre
"Ich finde ihn ganz toll gemacht - er ist kein harter Adler, sondern ein weicher", schwärmte Ingeborg weiter. Nun möchte sie für den "schnörkellosen" Vogel ein neues Zuhause finden - "sonst habe ich Angst, dass er auf dem Schrott landet". Auch Expertin Berding zeigte sich angetan und bezeichnete das minimalistische Design als "zeitlos".
Charakteristisch für skandinavische Tierplastiken war die Konzentration auf das Wesentliche, die "Essenz des Tieres". Der Adler war erhaben, majestätisch und monumental. "Und der Sockel hebt ihn nach mehr in die Höhe, wie ein Denkmal", so Berding. Der Künstler Tikkanen hatte sich sogar ausschließlich auf die Darstellung von Vögeln spezialisiert.
"Der ist geliebt worden", erklärte die Verkäuferin verträumt, als Berding auch den "tadellosen" Zustand ansprach. Ingeborg wünschte sich zwischen 250 und 300 Euro für ihren treuen Vogel. Das ergaben auch Auktionsergebnissen, die sie im Vorfeld recherchiert hatte. Berding schätzte den Wert der Adlerskulptur sogar auf 300 bis 500 Euro.