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"Trauen sich nicht mal die größten Stars": ARD-Film honoriert Taylor Swifts größten Kampf


Autor: Gianluca Reucher

, Dienstag, 30. Juni 2026

Die dreiteilige ARD-Doku "The Taylor Swift Years" zeigt Taylor Swifts Kampf um die Rechte an ihrer eigenen Musik. Dabei melden sich auch Experten zu Wort und erklären, warum der Sängerin die Kontrolle über ihre Werke so wichtig ist.


Im Jahr 2014 legt sich Taylor Swift mit dem Musikstreaming-Giganten Spotify an. Unmittelbar nach der Veröffentlichung ihres Albums "1989" nimmt sie ihre ganzen Songs von der Plattform und protestiert damit gegen die geringe Vergütung, die Künstlerinnen und Künstler von Streamingdiensten erhalten. In der dreiteiligen ARD-Doku "The Taylor Swift Years" sehen Expertinnen und Experten darin den Beginn von Taylor Swifts größtem Kampf: den für die Rechte an ihren Originalaufnahmen.

In der zweiten Folge mit dem Titel "What you made me do" (abrufbar in der ARD-Mediathek) wird der Streit um die Musik von Taylor Swift beleuchtet, der 2014 mit ihrem Spotify-Boykott seinen Lauf nimmt. Zwar sind die Songs des Popstars seit 2017 wieder beim Streamingdienst verfügbar, doch nur ein Jahr später folgt der große Knall ...

"Was sie verlangt, trauen sich nicht mal die größten Stars zu fordern"

Im Jahr 2018 trennt sich Taylor Swift nach 13 erfolgreichen Jahren und sechs Alben von ihrem Produzenten Scott Borchetta. Als Songwriterin hat die Künstlerin zwar die Rechte an ihren Kompositionen und Texten, nicht aber an den Originalaufnahmen. Die gehören Borchettas Label Big Machine. Etwas Branchen-Übliches, was dem Popstar allerdings ganz und gar nicht gefällt.

"Was sie verlangt, trauen sich nicht mal die größten Stars zu fordern. Aber sie fordert es", sagt Swift-Biograf Rob Sheffield in der ARD-Doku. Und Kulturjournalistin Zing Tsjeng vergleicht ihr Verlassen des Labels mit einem Kind, das flügge wird. Sie meint: "Ich glaube, Big Machine und Scott Borchetta zu verlassen, war das Beste, was sie machen konnte."

Letztendlich verkauft Scott Borchetta sein Label und damit auch die Rechte an den Originalaufnahmen von Taylor Swifts Songs. Nicht aber an irgendwen, sondern - ohne das Wissen der Sängerin - ausgerechnet an den Musikmanager Scooter Braun, dem Swift vorwirft, sie jahrelang schikaniert zu haben. Die Künstlerin beklagt, zuvor vergebens versucht zu haben, die Rechte an ihrer Musik selbst zu erwerben.

"Da hat sich zum ersten Mal gezeigt, was für eine Power sie wirklich hat"

2019 bringt Taylor Swift mit "Lover" ihr erstes Album raus, das vollständig ihr selbst gehört - und wagt einen weiteren, bedeutsamen Schritt. Sie beginnt, ihre alten Alben neu aufzunehmen. "Ich glaube fest daran, dass Künstler ihr Werk besitzen sollten", sagt der Popstar damals und veröffentlicht ihre neuen, alten Songs mit dem Zusatz "Taylor's Version".

"Ich dachte, sie blufft. Aber Taylor hatte immer schon diese Vision und den Glauben, dass sie Unmögliches möglich machen kann", so Rob Sheffield in der ARD-Doku. Swift-Biografin Annie Zaleski erklärt: "Taylors Songs bedeuten ihr alles, weil sie die Chronik ihres Lebens sind. Sie erzählen von ihren Höhen und Tiefen, Hoffnungen, Träumen und Ängsten."

Die Neu-Aufnahmen der Songs werden zum Mega-Erfolg und ihre Fans feiern Taylor Swift als das Symbol für den Kampf um die Rechte von Künstlerinnen und Künstlern. Autorin Anne Sauer findet: "Da hat sich zum ersten Mal gezeigt, was für eine Power sie wirklich hat."

Die komplette dreiteilige Doku "The Taylor Swift Years" ist in der ARD-Mediathek verfügbar. Die erste Folge mit dem Titel "American Sweetheart" läuft in der Nacht zu Donnerstag, 2. Juli, um 0.30 Uhr im Ersten.

Quelle: teleschau – der mediendienst