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Tragischer Weltstar Hans Hölzel


Autor: Rupert Sommer

, Freitag, 11. Sept. 2026

Die ARTE-Dokumentation "Falco - Mon Amour " von Hannes Rossacher zeichnet als Erstausstrahlung das flamboyante, viel zu früh geendete Leben des österreichischen Popstars nach und richtet den Blick dabei vor allem auf den Menschen hinter der Kunstfigur.


Die neue Dokumentation "Falco - Mon Amour", die ARTE in Erstausstrahlung zeigt, blickt auf den verletzlichen Menschen hinter der Glitzerfassade: Hans Hölzel, der Mann, der sich Falco nannte, war eine Ausnahmeerscheinung der deutschsprachigen Popgeschichte. Und mit "Rock Me Amadeus" gelang dem gebürtigen Wiener 1986 etwas, das vor und nach ihm keinem anderen deutschsprachigen Künstler gelang: Der Song erreichte Platz eins der US-Charts.

Die sehr persönlich gehaltene Nahbetrachtung des Filmemachers Hannes Rossacher, der mit seinem damaligen Geschäftspartner Rudi Dolezal und der gemeinsamen Produktionsfirma DoRo auch zu den Wegbereitern des einstigen Musiksenders VIVA zählte, richtet ihre Aufmerksamkeit vor allem auf den Menschen hinter der schillernden Kunstfigur.

Zwischen Freiheit und Selbstverleugnung

Im Mittelpunkt steht Caroline Perron, Falcos letzte große Liebe. Die Frankokanadierin erinnert sich mehr als 25 Jahre nach Falcos Tod an den Mann, den sie zwischen Charme, Humor, Verletzlichkeit, Selbstzweifeln und Exzessen erlebte. Ihre Perspektive soll einen persönlichen Zugang zu Hans Hölzel ermöglichen, der als Falco zur internationalen Pop-Ikone wurde. Die Dokumentation beschreibt die Spannung zwischen der selbstbewussten Kunstfigur und dem von Selbstzweifeln geprägten Menschen dahinter.

Der Film setzt bereits bei Falcos frühen Erfolgen an. Mit "Der Kommissar" gelang ihm aus dem Wiener Underground heraus der Sprung in die internationalen Charts. Von dort führt die Geschichte über die großen Erfolge der 1980er-Jahre bis zu "Rock Me Amadeus" und den späteren Jahren des Musikers. Weggefährten, Bandmitglieder, Produzenten und Experten kommen zu Wort und beleuchten unterschiedliche Seiten des Künstlers.

Dabei geht es auch um die Frage, wie sehr Falco seine eigene Kunstfigur erschuf. Der Name Falco sollte Hans Hölzel Freiheit geben, wurde aber zugleich zur Zerreißprobe - zwischen öffentlicher Persona und privater Persönlichkeit. Die Dokumentation beschreibt den Musiker als hochmusikalisch und getrieben und als Menschen, der mit dem Erfolg und den Erwartungen an seine Rolle zunehmend schwer zurechtkam.

Sein Einfluss reicht derweil bis in die Gegenwart. Falcos Texte gelten weiterhin als zeitlos, sein Stil als ikonisch. Auch im Deutschrap ist sein Einfluss nach wie vor spürbar. "Falco - Mon Amour" will deshalb nicht nur eine vergangene Popkarriere rekonstruieren, sondern auch zeigen, warum die Figur Falco Jahrzehnte nach seinem Tod noch immer fasziniert.

Die Reise der Dokumentation führt von den Wiener Clubs der 1970er-Jahre über Falcos internationale Triumphe bis in die Dominikanische Republik. Dort wollte der Musiker zur Ruhe kommen. 1998 starb Falco bei einem Autounfall.

Falco - Mon Amour - Fr. 18.09. - ARTE: 21.45 Uhr

Quelle: teleschau – der mediendienst