Tom Kaulitz sorgt sich wegen AfD-Aufschwung in alter Heimat: "Total besorgniserregend!"
Autor: Julian Weinberger
, Dienstag, 23. Juni 2026
Mit Besorgnis beobachtet Tom Kaulitz die hohen Beliebtheitswerte der AfD in seiner alten Heimat in Sachsen-Anhalt. "Ich liege abends im Bett und mache mir über solche Dinge Gedanken", sagte er im MagentaTV-Talk "Bestbesetzung".
Stand heute würde die AfD laut Umfragen bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September bei etwa 40 Prozent landen. Dass die rechtspopulistische Partei so einen Zulauf in seiner ehemaligen Heimat hat, sieht der in Magdeburg aufgewachsene Tom Kaulitz kritisch. "Das ist nicht schön zu sehen", beklagte der Musiker im TV-Talk "Bestbesetzung" (MagentaTV).
"Wir haben viel Erfahrung mit rechts gemacht, auch mit extrem rechts", blickte er im Gespräch mit Johannes B. Kerner auf Demos gegen Rechts zurück, an denen er mit Zwillingsbruder Bill in Kindheit und Jugend teilnahm. "Ich habe für links demonstriert, schon ganz früh, und habe da so meine Rebellenphase ausgelebt."
Obwohl die Kaulitz-Brüder seit Herbst 2010 in Los Angeles leben, hält sich der 36-Jährige über die Entwicklungen in seiner Heimat auf dem Laufenden. "Jetzt sehen wir's politisch: Die AfD ist da extrem stark und das macht mich traurig. Es ist total schade und besorgniserregend", sagte er gegenüber Kerner. Doch auch in der Wahlheimat liege vieles im Argen: "Wir haben hier in Amerika mit Donald Trump einen Präsidenten, den wir sehr kritisch sehen." Das beschäftige ihn, wie Tom Kaulitz einräumte: "Ich liege abends im Bett und mache mir über solche Dinge Gedanken."
Tom Kaulitz über Auswanderung in die USA: "Du hast Angst gehabt und dich nicht sicher gefühlt"
Die Entscheidung, 2010 Deutschland zu verlassen, hatte indes nicht mit der politischen Situation zu tun. Vielmehr sei der Einbruch in das Haus der Familie in Hamburg entscheidend gewesen. Dieses Haus "war unser letzter kleiner Rückzugsort", beschrieb es Tom Kaulitz nun. Dort hätten sie nach dem Motto gelebt: "Wir gegen den Rest der Welt." Nach dem Einbruch wollten sie "nie wieder zurück in das Haus", erklärte Kaulitz: "Du hast Angst gehabt und dich nicht sicher gefühlt."
Auch abseits des Einbruchs machten Tokio Hotel damals eine schwere Zeit durch. "Es gab eine Phase in unserer Karriere, wo wir zu viel gemacht haben, wo wir die Lust verloren haben", erklärte Tom Kaulitz. "Wir konnten keine Musikstudios mehr sehen, wir wollten nicht mehr on the road sein." Auch das fehlende Privatleben habe den Bandmitgliedern damals zu schaffen gemacht. "Wir haben mehrere unbehandelte Burn-outs durchgemacht", schilderte der 36-Jährige. "Wir mussten die Lust zur Musik wieder entdecken."
Quelle: teleschau – der mediendienst