Druckartikel: Tanzspaß mit John Travolta oder Animationsspaß mit singenden Tieren: Die TV-Tipps für Fußball-Muffel

Tanzspaß mit John Travolta oder Animationsspaß mit singenden Tieren: Die TV-Tipps für Fußball-Muffel


Autor: Elisa Eberle

, Donnerstag, 16. Juli 2026

Keine Lust auf Fußball am Abend? Wir empfehlen hier wieder drei lohnende Alternativprogramme für WM-Muffel. Diesmal mit einem legendären Tanzfilm-Klassiker und einer prominent besetzten Animationskomödie.


Die WM 2026 aus den USA, Mexiko und Kanada geht zu Ende: Im Finale am Sonntag, 19. Juli, kämpfen Spanien und Argentinien um den Titel. Anstoß ist um 21 Uhr. Das ZDF startet mit der Vorberichterstattung bereits um 19.30 Uhr. Wem das schnuppe ist, der findet an diesem Abend durchaus spannende Alternativen - auch im linearen TV. Wir stellen drei Filme vor.

"Saturday Night Fever" (ARTE, 20.15 Uhr)

"Er tanzt göttlich, spannt die Muskeln wie Arnold Schwarzenegger und stolziert auf seinen Plateauschuhen wie Mussolini", schwärmte das "Time"-Magazine nach der Premiere von "Saturday Night Fever" 1977. Auf der ganzen Welt kopierten die Teens den aufreizend lässigen Gang John Travoltas, ließen sich denselben Haarschnitt verpassen - das Phänomen "Disco" wurde zum internationalen Jugendbekenntnis. Knapp 50 Jahre später lockt der Dancefloor weiterhin, was ARTE dazu animiert, den Spielfilm-Klassiker im Rahmen des "Summer of Disco" um 20.15 Uhr wieder zu zeigen.

Thematisch traf "Saturday Night Fever" von Regisseur John Badham haargenau den Zeitgeist: Tony Manero (Travolta), ein junger Arbeiter aus dem tristen New Yorker Stadtteil Brooklyn, wird nach einer harten, ereignislosen Woche jeden Samstagabend zum Disco-Star. Wie ein Wirbelwind fegt er über den Tanzboden, reckt die Arme in die Höhe und erobert so das hübscheste Mädchen (Karen Lynn Gorney) von allen. Was der Film an Tiefgang fehlen lässt, macht er durch die glitzernde Inszenierung und den flotten Soundtrack der Bee Gees wieder wett.

Die Gebrüder Gibb kommen im Anschluss bei ARTE auch noch zu einer gesonderten Würdigung. Bei "The Bee Gees: How Can You Mend A Broken Heart" (2020, ab 22.10 Uhr) handelt es sich um eine Dokumentation in Spielfilmlänge, die von Barry Gibb persönlich autorisiert wurde. Nach dem Tod seiner Brüder Robin (2012) und Maurice (2003) ist er das letzte noch lebende Mitglied des legendären Pop-Trios. Der Film von Regisseur Rob Marshall möchte herausfinden, "wieso die Musik der drei Brüder seit mehr als einem halben Jahrhundert so beständig und überzeugend ist".

"Sing - Die Show Deines Lebens" (RTL, 20.15 Uhr)

Matthew McConaughey, Reese Witherspoon, Scarlett Johansson, Pharrell Williams und sogar U2-Sänger Bono: Wer wissen will, wie sich diese Topstars als Synchronsprecher eines Animationsfilms machen, muss sich "Sing - Die Show deines Lebens" natürlich im englischen Original anschauen. Aber auch die deutsche Synchronfassung der Komödie, jetzt als Free-TV-Premiere bei RTL zu sehen, hat große Namen zu bieten, von Bastian Pastewka über Stefanie Kloß und Iris Berben bis hin zu Peter Maffay. Sie alle leihen ihre Stimmen den tierischen Helden dieses Films - Giraffen, Elefanten, Schafen, Stachelschweinen und vielen mehr.

"Sing - Die Show deines Lebens" ist die Fortsetzung von "Sing" aus dem Jahr 2016, wieder führte Garth Jennings Regie, und wieder steht neben den tierischen Helden die Musik im Vordergrund. Wir erinnern uns: Im ersten Teil lobte der Koalabär Buster Moon 100.000 Dollar aus, um mittels eines Casting-Wettbewerbs einen neuen Superstar zu finden (DSDS und Co. ließen grüßen). Zusammen mit seinen Freunden konnte der windige Geschäftsmann so sein Theater retten.

Nun will Buster einen Schritt weiter gehen und die extravaganteste Show aller Zeiten auf die Beine stellen. Um dafür das legendäre Crystal Tower Theater als Auftrittsort zu bekommen, versprechen Buster und seine Freunde dem Musikmogul Jimmy Crystal, die Rocklegende Clay Calloway für das Mega-Konzert zu verpflichten. Nur leider weiß der zurückgezogen lebende Musiker noch nichts von seinem Glück. Abgesehen davon hat er auch gar keine Lust, wieder auf der Bühne zu stehen ...

"Captain Marvel" (ProSieben, 20.15 Uhr)

Ein Innehalten ist im Marvel Cinematic Universe nicht vorgesehen. Mit "Captain Marvel", den ProSieben um 20.15 Uhr wiederholt, kam im März 2019 bereits der 21. Film der Superhelden-Reihe ins Kino. Und trotzdem war dieser Ableger eine Premiere: Zum ersten Mal steht mit Carol Danvers alias Captain Marvel eine weibliche Heldin, gespielt von Oscar-Gewinnerin Brie Larson ("Raum"), im Mittelpunkt. Zeit wurde es!

Nick Fury (Samuel L. Jackson) hatte Captain Marvel am Ende von "Avengers: Infinity Wars" (2018) mit einem altmodischen Pager angefunkt. Sein Hilferuf erreicht eine durchaus komplizierte Frau. Das Regie-Duo Anna Boden und Ryan Fleck gibt der Titelheldin genügend Zeit und Raum, sich zu entwickeln und stellt der vielschichtigen Hauptdarstellerin Brie Larson einen prominenten Cast (Ben Mendelsohn, Jude Law, Annette Bening, Lashana Lynch und in Nebenrollen Lee Pace und Djimon Hounsou) an die Seite.

Carol Danvers ist keine einfache Person. Sie leidet unter einer Form von Amnesie, ihre Vergangenheit besteht aus Puzzleteilen, die erst im Laufe des Films ein Bild ergeben: Wer bin ich? Was kann ich? Wo komme ich her? Danvers' Identitätsfindung und Selbstbestimmung sind die erzählerische Klammer eines Films, der trotzdem vor allem ein actionreiches Spektakel ist, das sich nahtlos ins Marvel-Universum einreiht und ihm ein paar neue, ein paar nette und ein paar überflüssige Details hinzufügt.

Carol Danvers und Nick Fury haben keinen guten Start bei ihrem Aufeinandertreffen Mitte der 1990er-Jahre. Die eine rotzfrech, der andere misstrauisch, müssen sie eine Strategie entwickeln, damit die Erde nicht zum Kollateralschaden im Krieg zwischen den Kree und den Skrull wird, zweier hochgradig technologisierter Alienrassen, während die Welt zu Klängen von Nirvana, No Doubt und TLC mit Modemgeschwindigkeiten das Internet entdeckt und mit faltbaren Stadtplänen Ausflugs- und Angriffsziele sucht.

Dass sich Fury und Danvers zusammenraufen in dieser Sci-Fi-Mischung aus bittersüßem Buddy-Movie und wendungsreichem Agententhriller, bei dem sich die Grenzen zwischen Gut und Böse immer wieder verschieben, ist Ehrensache. Dass beide über sich und andere hinauswachsen, weil sie ihre Stärken erkennen und sich Fehler eingestehen, ist keine Selbstverständlichkeit. Die Erkenntnis, dass Captain Marvel nichts und niemandem etwas beweisen muss, weil sie eine Frau ist, zieht sich wie ein roter Faden durch den Film - mit rotzigem Grundton und wissendem Lächeln.

Quelle: teleschau – der mediendienst