"Erschreckend still": Strack-Zimmermann kritisiert Merz' Umgang mit Grönland-Konflikt
Autor: Franziska Wenzlick
, Mittwoch, 21. Januar 2026
Es werde "Zeit, dass Europa mal das eigene Ego rausholt". Das forderte Marie-Agnes Strack-Zimmermann mit Blick auf Donald Trumps Zolldrohungen im ZDF-"Morgenmagazin". Zudem echauffierte sich die FDP-Politikerin über die Zurückhaltung des Bundeskanzlers.
Den vom US-Präsidenten geplanten "Friedensrat" hält Marie-Agnes Strack-Zimmermann für "eine große Trump-Show". Im "Morgenmagazin" des ZDF forderte sie vor dem Treffen beim Weltwirtschaftsforum in Davos: "Es wird Zeit, dass wir dagegenhalten."
Trump habe "ein ausgeprägtes Ego, und es wird Zeit, dass Europa mal das eigene Ego rausholt", befand die FDP-Frau. "Die Bemühungen, mit Trump klarzukommen, bestehen ja seit einem Jahr. Aber das nützt nichts. Und deswegen ist die Zeit gekommen, heute dagegenzuhalten. Macron hat recht: Jetzt reicht es."
Strack-Zimmermann sprach sich dafür aus, Gegenzölle in Betracht zu ziehen. In Europa wolle niemand Krieg oder Handelskrieg, stellte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im EU-Parlament klar. Allein: "Es wurde ja alles unternommen, um das friedlich zu regeln." Nun jedoch sei das Maß voll - auch wenn dies Strack-Zimmermann zufolge noch nicht alle europäischen Regierungschefs verstanden hätten: "Der Kanzler ist ja momentan bei uns erschreckend still, weil er das offensichtlich aussitzen will", kritisierte sie Friedrich Merz und betonte: "Man kann hier nichts mehr aussitzen."
"Es wird eine Eskalation geben müssen"
Trump sei "aggressiv" und eine Gegenreaktion überfällig. "Der Tag ist heute gekommen", erklärte Strack-Zimmermann. "Das ist für uns nicht einfach. Aber nichts zu machen und einem Raudi den Schulhof zu überlassen, hat noch nie funktioniert."
Mit Blick auf das Treffen in Davos sagte die EU-Politikerin zudem: "Es wird eine Eskalation geben müssen." Man dürfe Trump nicht einfach gewähren lassen: "Denn was wissen wir denn, was morgen ist? Kommt morgen Irland dran oder irgendeine andere Insel, oder Island? Das kann man ja alles sicherheitspolitisch begründen!" Europa müsse uneingeschränkt "an der Seite Grönlands" stehen, forderte Strack-Zimmermann. "Und es wird Zeit, dass gerade Dänemark, das ein so verlässlicher Partner auch für die Vereinigten Staaten war, von uns geschützt wird."
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Quelle: teleschau – der mediendienst