Sie verkaufte einst Pokémon-Karten an Mitschüler - heute ist Lucy Guo Milliardärin
Autor: Paula Oferath
, Freitag, 09. Oktober 2026
Die ZDF-Doku "Die Welt der Superreichen" erzählt die Erfolgsgeschichte der Selfmade-Milliardärin Lucy Guo. Obwohl sie ihr Studium abbrach und sich mit ihrem Mitgründer verkrachte, ist Guo heute Milliardärin - der Tech-Branche sei Dank!
Als Kind verkaufte sie Pokémon-Karten an ihre Mitschüler. Heute besitzt sie ein Milliardenvermögen, investiert in Start-ups und legt als DJ auf. Lucy Guo gehört zu den jüngsten Selfmade-Milliardärinnen der Welt. All das hat sie der für Normalsterbliche eher undurchsichtigen Tech-Branche zu verdanken. Die dreiteilige ZDF-Doku "Die Welt der Superreichen" (abrufbar in der Mediathek) erzählt in ihrer ersten Folge die Geschichte der chinesisch-amerikanischen Unternehmerin, deren Vermögen von Forbes auf 1,5 Milliarden US-Dollar geschätzt wird. Ihr Weg dorthin begann mit Geschäften auf dem Schulhof.
Das Geld, das sie mit dem Verkauf von Pokémon-Karten verdiente, versteckte sie unter ihrem Bett. "Ihre Eltern bestraften sie, indem sie ihr das Geld wegnahmen", berichtet Journalistin Zing Tsjeng, die in der ZDF-Doku zu Wort kommt. "Mit etwa acht Jahren schafft sie es, sich ein eigenes PayPal-Konto anzulegen." Das sei nicht erlaubt gewesen, doch Guo zahlte dort ihr Geld ein. Schon als Teenager brachte sie sich das Programmieren bei und aus dem kindlichen Geschäftssinn wurde zunehmend technisches Interesse.
Für Peter Thiel brach sie ihr Studium ab
Später schrieb Guo sich an der Carnegie-Mellon-Universität ein und studierte Informatik. 2014 brach sie ihr Studium ab. Der Grund: Sie hatte ein Thiel Fellowship erhalten. Das von Milliardär und PayPal-Mitgründer Peter Thiel ins Leben gerufene Programm unterstützt junge Menschen dabei, eigene unternehmerische Projekte zu verfolgen. Guo erhielt finanzielle Unterstützung und konzentrierte sich fortan auf ihre Karriere in der Start-up-Szene.
"Das Besondere an dem Stipendium ist, dass man dafür sein Studium abbrechen muss. Deshalb verließ Lucy die Carnegie-Mellon-Universität, um daran teilzunehmen", erklärt Tsjeng. Bedeutet: Silicon Valley statt Hörsaal für die junge Frau. Guo arbeitete an Apps und neuen Geschäftsideen und knüpfte Kontakte in der boomenden Start-up-Szene.
Aus Scale-AI-Anteilen wird ein Milliardenvermögen
2016 gründete sie gemeinsam mit Alexandr Wang das KI-Unternehmen Scale AI. Das Unternehmen liefert unter anderem aufbereitete und beschriftete Trainingsdaten, die für die Entwicklung und das Training von Künstlicher Intelligenz benötigt werden. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. 2018 tauchte Guo gemeinsam mit Wang auf der Forbes-Liste "30 Under 30" auf. Doch noch im selben Jahr kam es zu einem Streit zwischen den Gründern und Guo verließ Scale AI. Ihre Anteile an dem Unternehmen behielt sie allerdings. Zu ihrem großen Glück.
Während Guo längst nicht mehr bei Scale AI arbeitete, entwickelte sich das Unternehmen rasant weiter. Scale AI stieg zu einem der wertvollsten KI-Start-ups der Welt auf und damit wurde auch Guos Beteiligung immer wertvoller. Doch Guo begnügte sich nicht damit, ihr Geld einfach wachsen zu lassen. Sie investiert in weitere Start-ups und gründete mit Backend Capital ihre eigene Investmentfirma. Zudem rief sie die Creator-Plattform Passes ins Leben.
Und dann ist da noch ihr Leben abseits der Tech-Welt. Guo steht inzwischen regelmäßig hinter dem DJ-Pult. Sie legt bei Veranstaltungen auf und ist auch in der Club- und Festivalszene von Miami und Los Angeles unterwegs. Eben ganz im Sinne der Superreichen.