Sicherheitsexpertin warnt im ZDF nach Trump-Drohungen: "Europäer müssen mehr machen"
Autor: Teleschau
, Donnerstag, 30. April 2026
Donald Trump will eine mögliche Reduzierung der US-Truppen in Deutschland prüfen, kündigte er vergangene Nacht an. Sicherheitsexpertin Claudia Major forderte im ZDF-"Morgenmagazin" deshalb ein "Umdenken" in Europa.
Nach Kritik von Friedrich Merz am Vorgehen der USA im Iran-Krieg schimpfte US-Präsident Donald Trump, der Bundeskanzler habe "keine Ahnung". Vergangene Nacht schrieb er auf seiner Plattform Truth Social außerdem: "Die USA prüfen und evaluieren derzeit eine mögliche Verringerung der Truppenpräsenz in Deutschland." Derzeit sind nach Angaben des amerikanischen Militärs etwa 39.000 US-Soldaten in Deutschland stationiert.
"Wir sollten doch nicht mehr überrascht sein", fand Sicherheitsexpertin Claudia Major vom German Marshall Fund im ZDF-"Morgenmagazin". Die USA seien immer weniger ein "verlässlicher Partner". Deshalb forderte sie: "Europäer müssen mehr machen."
Des Weiteren geht Major nicht von einem schnellen Abzug aus, auch wenn Trump es anders angekündigt hatte. Grund dafür sei der sogenannte "Defense Authorization Act", der "zu schnelle, einseitige Entscheidungen" verhindern soll. Noch im Dezember 2025 legte der US-Senat in dem jährlich verabschiedeten Gesetz fest, dass die Zahl der US-amerikanischen Soldaten in Europa nicht länger als 45 Tage unter 76.000 fallen darf. Derzeit sind rund 86.000 von ihnen auf dem Kontinent stationiert.
Das schränkt Trumps Handlungsfähigkeit in Bezug auf die Truppenreduzierung zwar ein, Major forderte dennoch ein "Umdenken" in Europa. "Die Europäer, auch Deutschland, hängen zu weiten Teilen in der Verteidigungsfähigkeit von den USA ab: von der politischen Führung, von der konventionellen Masse", erklärte die Sicherheitsexpertin. Darüber hinaus hänge man von der "Flug- und Raketenabwehr", der "nuklearen Abschreckung" und der "industriellen Kooperation" ab. "In all diesen Bereichen müssen die Europäer schneller, besser werden", sagte Major mit Nachdruck.
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Quelle: teleschau – der mediendienst