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Serienmorde im kältesten Ort Frankreichs


Autor: Franziska Wenzlick

, Mittwoch, 08. April 2026

In der 2011 erschienenen Komödie "Who Killed Marilyn?" nahm sich ein Krimiautor namens Rousseau (Jean-Paul Rouve) des mysteriösen Falls einer ermordeten Dorfschönheit an. 2022 kehrte er als Held der nun wiederholten Krimiserie "Polar Park" zurück - und reiste abermals ins kälteste Dorf Frankreichs.


2011 suchte der von einer Schreibblockade befallene Schriftsteller David Rousseau (Jean-Paul Rouve, "La vie en rose") in der Krimikomödie "Who Killed Marilyn?" in Mouthe, dem mit bis zu minus 30 Grad kältesten Ort Frankreichs, Antworten im mysteriösen Todesfall der schönen Candice Lecoeurs (Sophie Quinton). 2022, mehr als zehn Jahre später, schickte der französische Filmemacher Gérald Hustache-Mathieu den Hobby-Ermittler Rousseau erneut auf ein neues Abenteuer in den Ort. ARTE wiederholt den Sechsteiler "Polar Park - Eiskalte Morde" mit je drei Folgen am Stück an diesem und kommendem Donnerstagabend.

Im Kloster in Mouthe soll Rousseau mit Bruder Giacomo (Pierre Porquet) sprechen, einem alten Bekannten seiner verstorbenen Mutter. Deren Geschichten über das Kloster hatten den Autor zu mehreren Romanen inspiriert, etwa "Trappistinnen und Kokain" und "Hostien mit Kokain". Gespannt, welche Botschaft über seine verstorbene Mutter Giacomo ihm überbringen möchte, erreicht Rousseau Mouthe - nur, um dort festzustellen, dass der Mönch kurz zuvor das Zeitliche gesegnet hat.

Morde wie Gemälde

Rousseau beschließt zu bleiben, denn nach einem Gespräch mit einem anderen Mönch hat er das Gefühl, ihm wird etwas verheimlicht. Zudem gibt es schon bald, inmitten von Schnee und Eis, alle Hände voll zu tun: Im "Polar Park" neben dem Kloster wird erst ein abgeschnittenes Ohr und wenig später die dazugehörige Leiche gefunden. Es bleibt nicht bei dem einen Mordopfer, und immer ist der Hobby-Ermittler gerade vor Ort und mischt sich in die Arbeit von Major Louvetot (Guillaume Gouix) ein.

Rousseau wittert als erfahrener Krimiautor sogleich das Werk eines Serienkillers - und setzt alles daran, den Fall aufzuklären. Das Bizarre: Jede Leiche ist inszeniert wie ein bekanntes Gemälde - darunter, nicht die einzige Selbstreferenz auf den Vorgängerfilm, Andy Warhols Porträt von Marilyn Monroe. Ein kultivierter Killer also?

Absurd witzig wie die Filme von Jacques Tati, düster und schräg wie die Hits der Coen-Brüder, vereint "Polar Park" zahlreiche liebevolle Anleihen berühmter filmischer Werke. Die Serie wurde zum großen Teil an Originalschauplätzen im Département Doubs in der Region Bourgogne-Franche-Comté gedreht sowie im Studio in Paris.

Bis Anfang Juni ist der herrlich skurrile Sechsteiler auch in der ARTE-Mediathek abrufbar.

"Polar Park - Eiskalte Morde" - Do. 07.05. - ARTE: 20.15 Uhr

Quelle: teleschau – der mediendienst