Druckartikel: Schwache "Lesekompetenz": Jauch rettet Lehrerin bei "Wer wird Millionär?" in letzter Sekunde

Schwache "Lesekompetenz": Jauch rettet Lehrerin bei "Wer wird Millionär?" in letzter Sekunde


Autor: Michael Eichhammer

, Montag, 19. Januar 2026

Auf den ersten Blick sah es aus, als wäre der "Wer wird Millionär?"-Redaktion ein Rechtschreibfehler unterlaufen. War diese doppelbödige Frage zu fies? Entgegen seiner sonstigen Herangehensweise half Jauch einer Kandidatin.


Ausgerechnet einer Grundschullehrerin half Günther Jauch in der aktuellen "Wer wird Millionär?"-Folge in Sachen Leseverständnis. Doch der Reihe nach.

Befragt nach den Herausforderungen ihres Arbeitsalltags erklärte Stephanie Schumacher aus Seevetal in Niedersachsen: "Man hat in den Corona-Jahrgängen gemerkt, dass ihnen etwas fehlt in der frühkindlichen Bildung." Günther Jauch wollte wissen, ob die Migration zusätzliche Probleme schaffe. Die Kandidatin verneinte. Es brauche allerdings eine Förderung der Lesekultur und "viel mehr Personal, um uns in verschiedensten Bereichen zu unterstützen", fand Stephanie Schumacher.

Zu ihrer persönlichen Unterstützung hatte sie am Montag ihren Vater mitgebracht. Auch die defensive Spielvariante mit nur drei Jokern und einer Absicherung auf der 16.000-Euro-Stufe sollten sie absichern. Unterstützung in Sachen Romantik benötigte dagegen ihr Gatte. Stephanie Schumacher berichtete von einer E-Mail ihres Ehemanns mit Formulierungen wie "Anbei findest du folgende Unterlagen" und "Gruß, Frederik" - nebst Signatur der Firma.

Günther Jauch stichelt: "Schön, dass das einer Grundschullehrerin passiert"

Die 8.000-Euro-Frage: "Welche Zeitschrift kürt alljährlich den 'Sexist Man Alive'?" Cosmopolitan, People, Harper's Bazaar, Emma? Das Bauchgefühl der Kandidatin: "Cosmopilitan". Nach einem Zögern entschied sie sich dafür. Doch sie hatte Glück: Die Redaktion loggte ihre Entscheidung nicht sofort ein. Günther Jauch kam ihr ebenfalls zur Hilfe - vielleicht weil er selbst bemerkt hatte, dass die Frage besonders gemein gestellt war. "Wir haben doch besprochen, was in der Grundschule besonders gefördert werden muss - Lesekompetenz", spielte Jauch auf den Beruf der Kandidatin an.

Sie las die Frage noch mal laut vor. "Oh mein Gott! Der 'Sexist' Man Alive" erkannte sie. Das fehlende "e" war also kein Schreibfehler der Redaktion. "Schön, dass das einer Grundschullehrerin passiert", stichelte der Moderator und imitierte den Tonfall einer Lehrkraft: "Kinder, ihr müsst genau hinsehen!" Stephanie Schumacher gab sich kleinlaut: "Ich bedanke mich recht herzlich." Wenn es nicht um die Kür äußerlichen Reize geht, sondern Sexismus angeprangert wird, schlussfolgerte Schumacher: "Dann müsste es die 'Emma' sein." Richtig!

"Uwe, falls es dich gibt: Sorry!"

Nach der magischen 16.000er-Marke hatte die Kandidatin diese Summe sicher. Zeit für entspannten Smalltalk: Als bekennender Bücherwurm hatte Stephanie Schumacher etwas mitgebracht, was Günter Jauch als "antiken Schatz" bezeichnete: ein altes Pixi-Buch aus den 1950er-Jahren. "Goldig!", schwärmte der Moderator. "Das braune Hühnchen und die weite, weite Welt", so der kuriose Titel des kleinen Büchleins.

32.000 Euro wert: "Welcher Hit ist der Titelsong eines gleichnamigen Films, in dem der Interpret selbst die Hauptrolle spielt?" "Purple Rain", "Billie Jean", "Careless Whisper", "In The Air Tonight"?

Hier half der Publikumsjoker: 61 Prozent der Zuschauer im Studio waren für Antwort A. Auch bei der 64.000er-Hürde waren Joker nötig: "Der Name der Berliner Technologie-Messe IFA - ursprünglich kurz für 'Internationale Funkausstellung# - steht neuerdings für...?" Ideen Fragen Antworten, Industrie fördert Aufbau, inklusiv fair alternativ, Innovation für alle? Der Telefonjoker gab zu: "Keine Ahnung." Stephanie Schumacher schob den 50:50-Joker hinterher. Die Antworten C und D verblieben. Die Kandidatin wählte korrekt D.

Die 125.000-Euro-Frage: "In welcher Sportart werden seit einigen Jahren telefonische Hinweise von TV-Zuschauern zu Regelverstößen nicht mehr verfolgt?" Boxen, Schach, Golf, Beachvolleyball? Dass Zuschauer per Telefon eingreifen, stellte sich Stephanie Schumacher bildlich vor: "Halt Stopp! Der Uwe aus Karlsruhe hat angerufen, das geht so nicht!" Sie bekam einen Lachanfall ob ihrer eigenen Fantasie. Jauch spielte beleidigt: "Sie zweifelt die Seriosität unserer Fragen an, das geht gar nicht." Zudem frage er, wer Uwe sei. "Den Uwe habe ich mir gerade ausgedacht ... Uwe, falls es dich wirklich gibt: Sorry!", konterte die Kandidatin.

Stephanie Schumacher ging nicht ins Risiko, sondern mit 64.000 Euro. Günther Jauch fragte, ob jemand im Publikum sich die Antwort zugetraut hätte. "Golf", sagte ein Zuschauer. "Das wäre der Mann Ihres Lebens gewesen", kommentierte der Moderator gegenüber Stephanie Schumacher. Die blieb aber lieber bei dem Ehegatten mit der Vorliebe für förmliche E-Mails.

So schlugen sich die anderen Kandidaten

Überhangkandidat Uwe Schmitz aus Düsseldorf startete an diesem Abend mit der 8.000-Euro-Frage. Die Reise des 61-Jährigen endete mit 32.000 Euro.

Bier-Brauer Robert Dömlang aus Berlin stand schon mal berufsbedingt mit George Clooney im Aufzug - als Liftboy in einem Club. Der Bodyguard des Hollywood-Stars forderte ihn damals auf, den Lift zu verlassen. Gegen diesen konnte sich Dömlang damals durchsetzen, doch der 64.000-Euro-Frage von Jauch musste er weichen. Der Kandidat freute sich über 32.000 Euro.

Kai-Olaf Stehrenberg hatte zwar schon als Kind mit Rolf Zuckowski gesungen und als Erwachsener bei "The Voice of Germany" mitgemacht, dennoch hatte er wenig fernsehtaugliche Kleidungsauswahl, da er fast ausschließlich Fan-Shirts und Shirts mit Sprüchen trug. Er erspielte 32.000 Euro.

Peter Wachsmuth aus Wedemark bei Hannover ist Software-Verkäufer. Er erspielte bis zum Ende der Sendung 2.000 Euro. Fortsetzung folgt.

Quelle: teleschau – der mediendienst