Ruth Moschner wettert gegen "Uterus-Benutzungspflicht" und will Vätern "Dampf unterm Hintern machen"
Autor: Teleschau
, Dienstag, 02. Juni 2026
Moderatorin und Autorin Ruth Moschner hat sich entschieden, keine Kinder zu haben. Mit dem Thema Elternschaft setzt sich sich trotzdem auseinander. Auch in ihrem neuen Buch.
"Ich plädiere für eine Verantwortungsgesellschaft, dass wir die Last auf mehrere Schultern verteilen, dass wir Müttern mehr Sicherheit und Vätern ein bisschen mehr Dampf unterm Hintern machen." Obwohl Ruth Moschner (50) sich entschieden hat, kinderfrei zu leben, also selbst keinen Nachwuchs zu haben, beschäftigt sie sich mit dem Thema Elternschaft und Elternwerdung. So nimmt das Thema "Kinderfreiheit" auch in ihrem neuen Buch einen großen Raum ein.
Die "Fuck-it-List" ist für Moschner, grob gesagt, das Gegenteil zur "Bucket List". Letztere ist die Sammlung von Wünschen und Zielen, die viele ganz haptisch mit sich rumschleppen und abarbeiten. Das Gegenstück ist laut Moschner das Entschlacken derselben. Loslassen, einsparen, abschaffen, weg damit. Darrüber unterhielt sie sich als Gast von "Volle Kanne" im ZDF mit Moderator Florian Weiss.
In Sachen Elternschaft und Nachwuchs gehört für Moschner "die Uterus-Benutzungspflicht, die offensichtlich immer noch herrscht, unbedingt auf meine Fuck-it-List".
Mit dem Kinderwunsch und Kinderkriegen sei es ja nicht getan. "Wir wollen immer, dass Frauen Kinder bekommen, aber wenn sie dann da sind, stören sie doch irgendwie in der Gesellschaft und man kümmert sich nicht richtig um sie." Und um die Mütter auch nicht so richtig: "Wir feiern den Bauch der schwangeren Frau, den wir nur wenige Wochen nach der Geburt shamen, weil er nicht mehr die richtige Form hat."
"Wir feiern den Bauch der schwangeren Frau - und shamen ihn nach der Geburt"
Sie wünsche sich nicht nur bezüglich Schwanger- und Elternschaft generell in Leben und Anschauung mehr Entspanntheit, auch zwischen den Generationen. "Lasst uns Druck rausnehmen, lass uns eine friedlichere und umarmendere Gesellschaft kreieren."
Mit ihrem Buch will sie inspirieren, Gewohnheiten zu hinterfragen und alte Glaubenssätze loszulassen. Oder auch Mitmenschen. "Warum treffe ich mich mit Menschen, die mir nicht guttun? Das ist Zeitverschwendung." Dem Einwand der Egoismus entgegnet Moschner: "Was ist falsch daran, sein eigenes Leben zu leben? Wir haben doch nur eins."
Das gelte gerade bezogen auf den Kinderwunsch. "Ich bin freiwillig kinderfrei, aber es gibt auch die Frauen, die gerne Mutter geworden wären. Das ist natürlich eine Last, weil man überall - auch oft übergriffig - damit konfrontiert wird: 'Warum hast du keine Kinder?'" Das aber sei ein No-Go. "Das ist natürlich auf der Fuck-it-List, weil der weibliche Körper sollte doch nur der Frau selbst oder der weiblich gelesenen Person gehören."