RTL-Unterhaltungschef über Gil Ofarim: "Toller Name für uns"
Autor: Isabel Schaffner, Florian Hauner, Agentur dpa
Deutschland, Donnerstag, 15. Januar 2026
Der Unterhaltungsverantwortliche von RTL hat sich zu den Hintergründen geäußert, Gil Ofarim als Dschungel-Kandidaten auszuwählen.
Dass Gil Ofarim nach seinem Antisemitismus-Skandal an der aktuellen Staffel von "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" (RTL) teilnimmt, passt vielen Menschen gar nicht. 2021 erhob er schwere Vorwürfe gegen ein Leipziger Hotel und behauptete, aufgrund seiner jüdischen Herkunft diskriminiert worden zu sein. Es kam zum Gerichtsprozess. Der Skandal führt zu Boykott-Ankündigungen mancher Fans.
RTL ist indes glücklich über die Teilnahme des Musikers. Im Gespräch mit TV Digital hat RTL-Unterhaltungschef Markus Küttner auf die Frage geantwortet, "ob Gil Ofarim der größte Fang der Staffel ist".
"Spannende Persönlichkeit": RTL hat schon lange Interesse an Gil Ofarim
"Ich kann verraten, dass wir Gil Ofarim schon vor zehn Jahren das erste Mal angefragt haben. Wir dachten immer: Der wäre super - spannende Persönlichkeit, Kinderstar, Popstar, riesige Musikkarriere, unter anderem in Asien, 'Let's Dance'-Gewinner", so Küttner. Dabei nimmt er den 43-Jährigen in Schutz, immerhin sei er mehr als die Schlagzeilen der vergangenen Jahre. "Ein toller Name für uns. Ob er der größte Fang ist? Das beurteile ich, wenn die Staffel gelaufen ist." Die von schlager.de veröffentlichte, angebliche Gage Ofarims sorgte kürzlich im Netz für Fassungslosigkeit.
In der Diskussion über die Teilnahme des Musikers Gil Ofarim am Dschungelcamp hatte auch seine Mitstreiterin Nicole Belstler-Boettcher den Sänger kritisiert. "Wie er da gelogen hat, das finde ich ganz übel. Für mich sind das Sachen, die kann man nicht machen", sagte die 62-jährige Schauspielerin ("Marienhof") der Bild-Zeitung. Weiter sagte sie: "Man kann doch nicht lügen und riskieren, dass jemand seinen Job verliert. Und es ist erst zwei Jahre später herausgekommen. Das ist ein No-Go."
Aufgrund des Gerichtsprozesses kam die Frage auf, ob dem 43-Jährigen das gleiche Schicksal wie Martin Semmelrogge (2023) und Bert Wollersheim (2016) widerfahren wird: die Verweigerung der Einreise nach Australien.
Australien lehnt Angeklagte und Verurteilte ab - muss sich Gil Ofarim sorgen?
Wer nach Australien reisen möchte, muss sich mit den Voraussetzungen und verschiedenen Visa beschäftigen. "Wir können Ihnen die Einreise nach Australien verweigern, wenn Sie in Australien oder im Ausland strafrechtlich verurteilt oder angeklagt wurden. Wir können Ihr Visum jederzeit widerrufen, wenn Sie die charakterlichen Anforderungen nicht mehr erfüllen", informiert das australische Innenministerium auf seiner Webseite.
Dem Schauspieler Martin Semmelrogge wurde 2023 kein Visum ausgestellt - seine Dschunglecamp-Teilnahme platzte. Verkehrsdelikte und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz sammelte er schon früh im Laufe seines Lebens und saß in verschiedenen Haftanstalten ein, wie der NDR zusammenfasst.