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Richard David Precht in Podcast: "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Brandmauer fällt"


Autor: Teleschau  

, Donnerstag, 23. Juli 2026

Die Umfragewerte der AfD entwickeln sich seit geraumer Zeit nur in eine Richtung: nach oben. Auch deshalb glaubt Richard David Precht nicht, dass die Brandmauer noch lange bestehen bleiben kann. Warum, das erklärte der 61-Jährige nun im Podcast "Apokalypse & Filterkaffee".


Die Debatte um die Brandmauer hat neues Futter. Unions-Politiker Michael Kretschmer, der in Sachsen Kopf der Minderheitsregierung ist, forderte, es müsse mit allen Parteien geredet werden. Kanzler Friedrich Merz hingegen bleibt bei seiner klaren Linie pro Brandmauer - noch. "Man wird nicht dauerhaft die Brandmauer aufrechterhalten können", zeigte sich Richard David Precht im Podcast "Apokalypse & Filterkaffee" nun skeptisch. Im Gespräch mit Markus Feldenkirchen prophezeite der 61-Jährige gar: "Es ist eine Frage der Zeit, bis die Brandmauer fällt."

Angesichts der guten Umfragewerte der Rechtsaußenpartei, besonders in Ostdeutschland, aber längst auch in ganz Deutschland, komme man laut Precht "gar nicht umhin, mit der AfD zu reden". Die entscheidende Frage sei, was passiert, wenn die AfD nach einer der nahenden Landtagswahlen Regierungsverantwortung übernähme. "Das werden einige Leute in der Union als Lackmustest für die Frage betrachten, was machen wir in drei Jahren?", vermutete Richard David Precht mit Blick auf die Bundestagswahl 2029.

Precht spekuliert über Union als "Juniorpartner der AfD"

Dahingehend sagte Richard David Precht voraus: "Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wird die AfD die stärkste Partei sein, wenn jetzt nicht ein kleines Weltwunder passiert." Sollte dieses Ergebnis eintreten, halte er es für möglich, dass sich die Union als "Juniorpartner der AfD" ins Spiel bringe. Entscheidend bleibe jedoch, ob sich die AfD im Falle eines Sieges bei der Bundestagswahl weiter radikalisiere oder sich mäßige, um die Regierungsmacht zu konservieren.

"Wenn da tatsächlich völkische oder rassistische Elemente in einem solchen Koalitionsvertrag wären, dann kann man sie als CDU nicht unterschreiben und dann auch nicht koalieren", umriss Precht ein mögliches Szenario. Deshalb würde eine potenzielle Koalition zwischen Union und der AfD eine genaue Überprüfung erfordern. Letztlich seien es aber alles Spekulationen, so Precht, denn: "Die ganz große unbekannte Frage, auf die ich keine Antwort habe, ist, in welche Richtung sich die AfD, wenn Sie tatsächlich Regierungsverantwortung bekäme, entwickeln würde."

Quelle: teleschau – der mediendienst