Royale Kettenraucher und die eigene Hochzeitsnacht: Reiner und Gabriele Haseloff sind bei "Riverboat" privat wie nie
Autor: Marko Schlichting
, Samstag, 25. April 2026
"Wenn Du das schaffst, dann schaffst Du auch die restlichen 50 Jahre." Reiner und Gabriele Haseloff plauderten beim MDR-Talk "Riverboat" über die Vorkommnisse in ihrer Hochzeitsnacht, aber auch über royale Kettenraucher, ihre Vorlieben für Rock-Musik und das "historische Glück", Teil einer friedlichen Revolution gewesen zu sein.
Vor einem Vierteljahr haben sie ihre goldene Hochzeit gefeiert. Und sie haben viel gemeinsam erlebt: Reiner Haseloff, ehemaliger Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, und Ehefrau Gabriele. Beide sind am Freitagabend Gast in der MDR-Talkshow Riverboat". Und selbst Moderatorin Kim Fisher ist erstaunt, was die beiden zu erzählen haben.
Ende Januar ist der CDU-Politiker von seinem Amt zurückgetreten. Nun ist er im Unruhestand. "Eigentlich hat sich nur geändert, dass wir gemeinsam Frühstück haben. Ansonsten ist der Kalender nach wie vor voll. Es gibt eine etwas andere Struktur der Termine, ich habe mehr überregionale. Aber wir genießen das schon, dass wir jetzt einen geregelteren Tages- und Wochenablauf haben", berichtet Reiner Haseloff in der Sendung.
Beide, er und seine Frau Gabriele, wirken entspannt. Sein Ausscheiden aus dem Amt des Ministerpräsidenten sei gut geplant gewesen, auch sein Nachfolger Sven Schulze und dessen Frau hätten ihn dabei unterstützt, erzählt Haseloff bei "Riverboat". "Da ist im Hintergrund mehr abgelaufen, als medial bekannt wurde." Es sei die richtige Zeit für den Rückzug gewesen, rechtfertigt er sich gegen Kritik, wonach das Timing kurz vor der Wahl im September nicht sonderlich gut gewesen sei. "Wir beide sind 72, und wir haben nicht das ewige Leben. Jetzt muss es irgendwie weitergehen, auch mit dem Generationswechsel in der Politik, und jetzt kommt es darauf an, dass es vernünftig weiter geht."
Der Wechsel ins Privatleben sei ihm nicht schwergefallen, erzählt Haseloff. "Ich wollte ja eigentlich schon vor fünf Jahren einen Cut machen", sagt er. "Aber ich bin auch jetzt nicht politisch inaktiv. Ich bin weiter Landtagsabgeordneter, ich halte Vorträge und mache Buchlesungen, also ich werde eingeladen. Und ich kann alles das, was operativ läuft, im Wahlkampf flankieren."
Vorschriften bei royalen Besuchen: "Ich durfte nie anziehen, was ich wollte"
In der Zeit als Ministerpräsident hätten die Haseloffs so ziemlich jeden Adligen aus Europa getroffen, plaudern beide weiter aus dem Nähkästchen. "Wir haben 2017 500 Jahre Reformation gefeiert, und da waren alle da", erinnert sich der ehemalige Ministerpräsident. Besonders sei ihm eine Bootsfahrt mit dem britischen König Charles in Erinnerung geblieben. "Wir sind um Görlitz herum geschippert, denn das Görlitzer Gartenreich steht unter seiner Schirmherrschaft. Und der König versteht gut Deutsch, obwohl er mehr Englisch spricht. Aber das können wir auch. Das haben wir damals im Osten in der Schule lernen können", so Reiner Haseloff.
Und auch Ex-Landesmutter Gabriele Haseloff erinnert sich an ihre Treffen mit dem Hochadel. "Ich durfte nie anziehen, was ich wollte. Da gab es immer Bestimmungen. Als Königin Beatrix uns besuchte, bekamen wir noch am Vorabend um 21 Uhr einen Anruf und erfuhren, dass alle Frauen Hüte tragen sollten. Ich hatte keinen. Dann habe ich schnell eine Freundin angerufen, die eine Hutfanatikerin ist. Die kam mit all ihren Hüten vorbei, und wir haben einen passenden gefunden. Den musste ich sogar beim Mittagessen auf dem Kopf lassen."
Die beiden haben dafür gesorgt, dass sich auch der Adel wohlfühlt in Ostdeutschland. Haseloff grinst, als er von dem Besuch von Königin Margrethe II. von Dänemark erzählt. Die ist als Kettenraucherin bekannt. "Wir waren gemeinsam in der Schlosskirche in Dresden. Da hat sie eine ganze Stunde lang meditiert. Und da mussten wir ihr heimlich ab und zu einen Aschenbecher reichen." Reiner Haseloff übrigens raucht nicht. "Auch nicht beim Meditieren", lacht er.