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Rätselraten im Schwabenländle


Autor: Teleschau  

, Freitag, 26. Juni 2026

An der Bushaltestelle sitzt eine unbekannte Frau - sie ist tot. Wer ist sie? Lisa Taubenbaum (Anna Fischer) muss im zweiten Regionalkrimi der Reihe "Die Bestatterin" knifflige Ermittlungen übernehmen.


Viermal ist der Bus vorbeigefahren. Keiner hat die junge Frau bemerkt, die an der verlassenen Haltestelle sitzt, als würde sie schlafen. Doch sie ist tot. Herzstillstand, notiert die Sanitäterin. "Das ist eine junge Frau, die stirbt doch nicht einfach so", ist Bestatterin Lisa Taubenbaum (Anna Fischer) allerdings überzeugt. Keine Verletzungen, keine Tasche, kein Ausweis, kein Auto, nur ein Autoschlüssel mit einem Anhänger des Heiligen Christophorus. Was hat es mit der jungen Frau auf sich? Das versucht Lisa in der zweiten Folge der Krimireihe "Die Bestatterin" herauszufinden - und tappt dabei zunächst ganz schön im Dunkeln. 3sat zeigt den Krimi "Die unbekannte Tote" von 2021 nun als Wiederholung zur Primetime.

Die Polizei von Hepperlingen scheint sich zunächst eher weniger für die Tote zu interessieren. Besonders für Lisas Vater Alfons (Artus Maria Matthiessen) ist der Fall ärgerlich: Eine unbekannte Tote bedeutet für ihn nur ein ertragsarmes Begräbnis auf Staatskosten. "Wenn sich koinr melded, bleiba mir uf der Leiche hogge", grummelt er in schönstem Schwäbisch. Lisa muss auf eigene Faust herausfinden, wer die Frau ist. Das Verteilen von Flugblättern hilft zunächst nicht, doch dann entdeckt sie das Auto, das zum Schlüssel gehört. Völlig beschädigt steht es im Wald, und es liegt ein Toter im Kofferraum: Alfred Dürr (Gerd Rigauer).

Es deutet alles auf Entführung hin, sind sich die Ermittelnden sicher. Doch irgendwie passt das alles nicht zusammen, ist sich Lisa sicher. Was hat es mit der Leiche im Kofferraum auf sich? Wo ist die Verbindung zu der toten Frau? Schnell stellt sich heraus, dass Alfred Dürr ein kleines Stück Land gehört, um dessen Bebauung im Gemeinderat heftig gestritten wird. Dürr wollte sein Grundstück nicht aufgeben. Die Lage im Gemeinderat spitzt sich weiter zu, mittendrin Alfons, der eine schwere Entscheidung zu treffen hat. Und Lisa? Die forscht unnachgiebig weiter, folgt einer Tasche, einem Schlüssel, einem Tattoo, einer Brosche. Und wer ist der Mann (David Hürten), der behauptet, der Bruder der Toten zu sein?

Schwäbischer schwarzer Humor

"Frau Jordan stellt gleich"-Regisseur Fabian Möhrke packt alles in den Heimatkrimi, was Erfolg verspricht: die Schwäbische Alb als atmosphärische Kulisse, zwei rätselhafte Tode, schwarzen Humor, schwäbischen Dialekt, eine ordentliche Portion Spannung, und eine hitzige Debatte darüber, ob sich das Dorf lieber der Bio-Landwirtschaft widmet oder einem Golfplatz-Ressort für Touristen. "Kartoffeln anbauen" oder "Golf spielen" - eine schwierige Frage für den Gemeinderat des fiktiven Dorfs Hepperlingen. Auch Turbulenzen in der Liebe kommen nicht zu kurz. Nach einer gemeinsamen Nacht mit dem Stuttgarter Kommissar Thomas Zellinger (Christoph Letkowksi) wird Lisa erwischt - von Sohn und Frau des Liebhabers.

Besonders sympathisch sind die Darsteller, die die Geschichte stemmen. Anna Fischer überzeugt als kecke Bestatterin sowie Physiotherapeutin und Ermittlerin in Personalunion. Artus Maria Matthiessen mimt ihren grummeligen und stillen, aber entschlossenen Vater. Und Helgi Schmid glänzt in der Rolle des desinteressierten Polizisten, der dann aber doch seine Arbeit macht.

Mittlerweile wurden vier Filme der 2019 gestarteten ARD/SWR-Reihe "Die Bestatterin" veröffentlicht, zuletzt Anfang 2025 der Krimi "Tote leben länger". Ein fünfter Film ist derweil in Planung: Aktuell wird der neueste Teil unter dem Arbeitstitel "Die Bestatterin - Der Tod hat warme Hände" gedreht, ein Ausstrahlungstermin steht noch nicht fest.

Die Bestatterin - Die unbekannte Tote - Mi. 15.07. - 3sat: 20.15 Uhr

Quelle: teleschau – der mediendienst