Peter Maffay gesteht bei Maischberger: "Ich bin optimistisch, aber es fällt mir immer schwerer"
Autor: Marko Schlichting
, Mittwoch, 21. Januar 2026
Rockmusiker Peter Maffay hat eine klare Botschaft: Er setzt sich für Frieden und Klimaschutz ein. Er setzt sich für Frieden und die Klimarettung ein. Wie er über die aktuelle politische Lage denkt, hat er am Dienstagabend bei Sandra Maischberger in der ARD gesagt.
Eigentlich hat er sich aus dem Musikbusiness verabschiedet. Doch manchmal kann es Peter Maffay (76) dann doch nicht lassen. Mit großen Tourneen ist Schluss. Er tritt nur noch im nahen Umkreis seines Wohnorts auf, im kommenden Sommer zum Beispiel.
Was die Weltlage angeht, sagt der Star: "Ich bin optimistisch, aber es fällt mir immer schwerer." Am Dienstagabend ist Maffay Gast bei Sandra Maischberger in der ARD. Da appelliert er: "Die kommenden Generationen haben ein Recht darauf, dass wir noch Optimismus besitzen."
Maffay hat zwei Kinder im Alter von sieben und 22 Jahren. Deshalb hört er gerade im Auto viel Radio und informiert sich intensiv über die politische Lage. "Es ist wichtig für mich, ein Gespür dafür zu bekommen, wohin uns die Reise in den nächsten Jahren führt." Ihn frustriere die Unfähigkeit der Menschen, Regelwerke zu beachten, die für die Zukunft richtig seien. Auch die aktuellen Konflikte belasteten ihn sehr - vor allem die Klimadebatte. "Wenn das einmal wegrutscht und wir diese Grenze von 1,5 Prozent überschreiten, und wir sind gerade dabei, dann gibt es kein Zurück mehr. Und was hat das dann für Folgen für die Welternährung, die Flüchtlingsströme und die Belastungen, die dann auf uns zukommen? Dagegen ist das, was wir jetzt diskutieren, eine Bagatelle", sagt der Musiker, der 1982 mit dem Umweltsong "Eiszeit" einen seiner größten Hits hatte.
Doch auch die Politik der Autokraten, die andere Länder erobern wollen, macht Peter Maffay Sorgen. "Auch da ist es ähnlich wie beim Klima", sagt er. "Wenn eine Dynamik einmal stattgefunden hat, ist sie nicht ohne Weiteres beherrschbar. Das Gefühl habe ich im Augenblick, und das frustriert mich, weil ich dachte, wir Menschen wären zu anderen Leistungen in der Lage als so etwas."
Peter Maffay über Wehrdienst: "Man hätte die Jugendlichen viel mehr einbeziehen müssen"
Deutschland will den Wehrdienst wieder einführen. Maffay hat sich immer für Abrüstung eingesetzt. Heute denkt er: "Einen Dienst an der Gesellschaft zu leisten, in der man lebt, gerade einer Gesellschaft wie unserer, in der man selbstbestimmt leben kann, was immer seltener wird, ist legitim. Und ich glaube, dass die meisten Jugendlichen dazu durchaus bereit wären. Aber es aufzuoktroyieren und es mit Druck zu machen, ohne die Argumente von Jugendlichen zu hören, und das ist ja passiert, ist nicht sinnvoll. Man hätte die Jugendlichen viel mehr einbeziehen müssen. Die Proteste, die wir erlebt haben, sollte man nicht bagatellisieren und ignorieren. Das ist ein sehr deutliches Zeichen von zukünftigen Wählern."
Politisch unterstützt Maffay Sahra Wagenknecht. Er hat sie durch ihren Mann Oskar Lafontaine kennengelernt, mit dem er lange befreundet ist. "Das ist nicht parteipolitisch gefärbt, aber ich solidarisiere mich mit denjenigen, die Frieden nach wie vor als einen sinnvollen Begriff betrachten. Man stellt fest, dass dieses Wort aus unserem Vokabular mehr und mehr verdrängt wird durch andere Begriffe. Ich glaube: Wenn wir überhaupt eine sinnvolle Zukunft erleben oder mitgestalten wollen, müssen wir ernsthafter mit dem Begriff Frieden umgehen - und damit, was er bedeutet." Unsere Werte hätten ohne Frieden keine Bedeutung, sagt Maffay.
Von der SPD hat sich Maffay ein wenig entfremdet. "Ich habe die SPD lange gewählt, aber jetzt habe ich Schwierigkeiten damit", sagt er am Dienstagabend bei Maischberger. Die SPD sei keine echte Volkspartei mehr und stehe den Menschen nicht mehr nahe genug. "Welche Partei tut das noch?", fragt Maischberger. Maffay darauf: "Das ist eine sehr schwierige Frage. Wir reden von demokratischen Parteien. Alle anderen würde ich ohnehin ausschließen."