"Perfektes Dinner"-Gastgeber springt bei der Bewertung überascht auf: "Ihr seid ja verrückt!"
Autor: Bettina Friemel
, Freitag, 07. August 2026
Das Finale des "perfekten Dinners" in Köln steigt bei Tobi (58), der Kölsche Klassiker französisch interpretiert. Dafür erntet er durchweg viel Lob - bis zum Nachtisch. Am Ende sind seine Gäste dennoch einer Meinung ...
"Ich werd nicht gewinnen. Garantiert nicht", startet Tobi (58) in Ehrenfeld entspannt in den Tag. Denn zu gut hat ihm allein schon das Menü von Frederik (33) am Vorabend geschmeckt. Eigentlich macht er eh nur beim "perfekten Dinner" mit, weil ihn seine Tochter angemeldet hat: "Sonst hätte ich mich nie beworben." Der Inhaber einer Werbeagentur weiß, dass er sich viel vorgenommen hat. "Heute könnte das ein bisschen länger dauern", deshalb stellt Tobi kleine Snacks auf den gedeckten "Dinner"-Tisch.
Seine Frau - eine Urlaubsbekanntschaft - ist Französin und seinetwegen von Paris nach Köln gezogen. "Darauf bin ich immer noch stolz" - auch wenn inzwischen schon drei erwachsene Kinder diese Liebe krönen. Die Verbindung zwischen Köln und Paris erklärt das Menü-Motto "Brauhaus x Bistro". Es gibt Kölsche Klassiker - aber anders: "Inhaltlich sind sie ähnlich mit dem Original, aber mit französischen Zutaten." Und zwar:
- Vorspeise: Amuse Köln - Röggelchen mit Comté, vegane Blutwurst und Süßkartoffel-Reibekuchen, frisches Tatar auf Baguette, Stößchen klare Rinder-Consommé
- Hauptspeise: Rôti Mariné - Sauerbraten vom französischen Rind, dazu Süßkartoffel-Praliné auf Pumpernickel mit französischem Rotkohlsalat
- Nachspeise: Crème Cologne - Crème brûlée mit und aus Kölsch an Erdbeereis
Damit seine Gäste schön rätseln können, schreibt Tobi alles auf Französisch auf die Speisekarte. Shirin (34) und Patrick (35) tun sich beim Vorlesen der Gerichte schwer. Als sprachgewandter stellt sich Cordula (50) heraus, die den "Demi-coq" sofort als die Kölner Spezialität "Halver Hahn" identifiziert.
Blutwurst ist zum Glück vegan
Mit einem Kölsch Royal - einer Eigenkreation - zur Begrüßung stimmt Tobi seine Gäste auf den französischen Brauhaus-Abend ein. Zur Wartezeitüberbrückung hat er die Platzdeckchen als kleines Köln-Paris-Schätzfragenquiz gestaltet. Die Mühe weiß Shirin zu würdigen: "Finde ich einfach nur schön!"
Derweil hat Tobi Zeit, die bunten Teller mit verschiedenen Vorspeisen anzurichten, unter anderem mit "Himmel un Ääd". "Die Blutwurst habe ich als vegetarische Variante umgesetzt, weil ich einfach persönlich keine Blutwurst mag", verwendet Tobi schwarze Linsen und Rote Bete. "Das ist gar keine Blutwurst? Geil!", atmet Shirin erleichtert auf. "Boah! Genial!", öffnet sich für sie kulinarisch eine völlig neue Welt. "Ich habe das alles so noch nie gegessen."
Lange Wartezeit, aber macht nichts
"Die Franzosen essen den Rotkohl ja nicht warm, sondern als Salat" - und diesen Genussmoment will Tobi seinen Gästen bereiten. Doch obwohl der Salat schon vorbereitet ist, dauert es ziemlich lange, bis er mit Roastbeef und Süßkartoffelpraline aufgetischt wird. "Dadurch, dass die Gruppe auch alleine zurechtkommt, ist es nicht ganz so aufgefallen", meint Cordula.