Osterreicher Roman reagierte auf Spam-Mail - jetzt sitzt er im kolumbianischen Horror-Knast
Autor: Teleschau
, Samstag, 16. Mai 2026
Der Österreicher Roman Garber sitzt seit vier Jahren im kolumbianischen Knast in Cartagena ein. Der Grund: Drogenschmuggel von Ecuador nach Kolumbien. In der ZDF-Doku "Deutsche im Knast - Kolumbien und das Kokain" erzählt der Häftling seine Geschichte - und berichtet von erschreckenden Zuständen.
27 Tonnen Kokain - so viel wurde allein im Jahr 2025 in der kolumbianischen Hafenstadt Cartagena von den Behörden abgefangen. Die Drogen waren auf dem Weg nach Europa und Mexiko und auch wenn die Behörden einiges beschlagnahmen konnten, ist klar: Die Dunkelziffer der tatsächlich verschifften Drogen dürfte um ein Vielfaches höher sein. Die kolumbianische Stadt ist aufgrund ihrer geografisch günstigen Lage und ihres großen Hafens ein Hotspot für den Drogenschmuggel. Doch nicht nur das: Kriminalität und Gewalt sind an der Tagesordnung, die Gefängnisse mittlerweile hoffnungslos überfüllt.
Das System droht zu kollabieren und mittendrin sitzen rund 50 europäische Häftlinge, die in dem Land in Südamerika ihre Haftstrafe verbüßen. Einer von ihnen ist Roman Garber aus Österreich. Er gibt in der ZDF-Reportage "Deutsche im Knast - Kolumbien und das Kokain" einen Einblick in den Gefängnisalltag in Cartagena. Inmitten von Justizversagen, Korruption und Gewalt.
Der Österreicher sitzt seit vier Jahren in dem "Carcel de San Sebastián La Ternera" in der kolumbianischen Stadt. Das Gefängnis war ursprünglich auf 1.700 Insassen ausgelegt, im November 2025 während der Dreharbeiten, lag die Anzahl der Häftlinge bei 2100.
Garbers Geschichte beginnt im Sommer 2021. Da bekam der damals 63-Jährige eine E-Mail, in der ihm ein Gewinn von 10 Millionen Dollar versprochen wurde. Um das Geld zu erhalten, müsse er nur ein paar Dokumente in Ecuador unterzeichnen. Flugtickets und Reisekosten würden übernommen.
Österreicher wird Reise nach Ecuador zum Verhängnis
An den Gewinn glaubte der Österreicher nicht, wie er im ZDF-Film beteuert: "Das würde ja nur ein Idiot tun", stellt er klar. Eine vermeintlich kostenlose Reise nach Südamerika reizte ihn dennoch: "In Südamerika war ich noch nie und so günstig kann ich da nicht mehr herkommen", so sein Gedanke damals. Er sei sich des Risikos bewusst gewesen, betont, man müsse eben aufpassen, "dass du da nicht in eine Falle tappst". Und doch entscheidet er sich, die Reise anzutreten. "Nachdem alles bezahlt war - was hätte noch passieren sollen?"
Zunächst läuft alles nach Plan, Roman trifft die Kontaktpersonen, unterzeichnet die Papiere. Doch bevor es für Roman wieder nach Hause gehen soll, wird er von den Unbekannten noch um einen Gefallen gebeten. Er solle ein Päckchen mit einem Beatmungsgerät mit nach Europa nehmen. Ihm sei erklärt worden, dass der Chef des Auftragsgebers sich in der Schweiz aufhalte und das Gerät dringend benötige. Doch das hinter der Bitte nicht nur ein unschuldiger Gefallen steckte, spürte der Österreicher bereits: "Irgendwie hatte ich dann schon ein ungutes Gefühl, weil das Gepäckstück relativ schwer war."
Garber reiste schließlich von Ecuador nach Kolumbien, um von dort weiter nach Europa zu fliegen. Doch noch am Flughafen in Kolumbien endete seine Reise: Bei der Gepäckkontrolle schlug ein Drogenkontrollhund an.