Nymphomaniac 2: Einer der krassesten Skandalfilme aller Zeiten heute im Free-TV
Autor: Teleschau , Dunja Neupert-Kalb
Deutschland, Freitag, 09. Januar 2026
In "Nymphomaniac" geht es ziemlich heftig und freizügig zu: Der umstrittene Film von Lars von Trier zeigt eine schonungslose Auseinandersetzung mit Sexualität, Schuld, Scham und menschlicher Existenz.
Ganz ohne Skandal geht es wohl nicht bei Lars von Trier: Zur Premiere des ersten Teils von "Nymphomaniac" erschien Hauptdarsteller Shia LaBeouf mit Papiertüte auf dem Kopf auf dem roten Teppich der Berlinale. Zuvor verließ er die Pressekonferenz zum Film nach der ersten Frage mit einem Eric-Cantona-Zitat: "Die Möwen folgen dem Fischkutter, weil sie hoffen, dass Sardinen ins Meer geworfen werden".
Dabei hätte der Film alleine eigentlich ausreichend Skandalpotenzial gehabt. Immerhin war schon seit Monaten über die Hardcore-Sexszenen gesprochen worden. Die Genitalien der Schauspieler wurden dabei von denen von Pornodarstellern überlagert. Tatsächlich brach von Trier wieder mal genüsslich Tabus. Der kontroverse Streifen, der am Donnerstag (8. Januar 2026) um 22.25 Uhr in 3sat zu sehen ist, zeigt zwar Sex in allen möglichen Spielarten, ist dabei aber alles andere als sexy - und trotzdem ein echtes Erlebnis. Teil 2 läuft dann am Freitag (9. Januar 2026) um 22.25 Uhr.
Schonungslos und polarisierend: "Nymphomaniac" heute im Free-TV zu sehen
Der Zweiteiler "Nymphomaniac" ist im Jahr 2013 erschienen. Im Mittelpunkt steht die Figur Joe, die von einer älteren Version ihrer selbst (gespielt von Charlotte Gainsbourg) aus der Ich-Perspektive erzählt. Nachdem sie verletzt aufgefunden wird, berichtet sie dem intellektuellen Seligman von ihrem Leben, das von sexueller Obsession und Selbstzerstörung geprägt ist.
Der Film gliedert sich in mehrere Kapitel, die verschiedene Episoden aus Joes Leben zeigen - von ihrer Jugend bis ins Erwachsenenalter. Dabei werden ihre zahlreichen sexuellen Abenteuer, ihre Suche nach Erfüllung und die Konsequenzen ihres Verhaltens thematisiert. "Nymphomaniac" ist provokant, explizit und fordert die Zuschauer mit seiner Mischung aus Erotik, Tragik und philosophischen Reflexionen heraus.
Insgesamt ist der Film eine schonungslose Auseinandersetzung mit Sexualität, Schuld, Scham und menschlicher Existenz – typisch für von Triers Stil, der stets polarisiert und zum Nachdenken anregt.
Eine schonungslose Auseinandersetzung mit Sexualität, Schuld und Scham
"Vergiss die Liebe", so der Slogan des Films. Aber stimmt das denn so? Ist Liebe wirklich nur Sex, garniert mit Eifersucht, wie die titelgebende Nymphomanin behauptet? Wenn ja, wie nimmt man dann echten Kontakt auf zu anderen Menschen, und wie zu sich selbst?
Willkommen auf der Couch: Lars von Trier lädt nicht zur Pornosession, sondern zur kühl inszenierten Psychoanalyse. Der Nymphomanin, ganz Körper und Sinneslust, stellt der Regisseur einen alten Bücherwurm gegenüber, hochintellektuell und völlig vergeistigt. Seligman (Stellan Skarsgard), so der Name des Sonderlings, liest die verletzte Joe (Charlotte Gainsbourg) buchstäblich auf der Straße auf. Er steckt die übel Zugerichtete erst mal ins Bett - damit sie sich ausschlafen kann, versteht sich.