Der vierte Film der Neuauflage der Kultserie "Liebling Kreuzberg", die erste von zwei nun ausgestrahlten neuen Folgen, punktet erneut mit aktuellen Themen und jeder Menge Nostalgie und Verneigungen vor Manfred Krug alias Robert Liebling.
Wenige Serien sind im kollektiven Gedächtnis so eng mit ihrem Hauptdarsteller verbunden wie "Liebling Kreuzberg" mit Manfred Krug als unangepasstem Kreuzberger Anwalt mit Herz. Die Serie ist ein Stück Fernsehgeschichte und erreichte zu Hochzeiten bis zu 47 Prozent Einschaltquoten zur besten Sendezeit. Sie 2022, fast 40 Jahre nach ihrem Start, ohne den verstorbenen Krug als Filmreihe neu aufzulegen, war für die ARD daher durchaus ein Risiko.
Doch es hat sich gelohnt: "Kanzlei Liebling Kreuzberg" kommt beim Publikum gut an, zuletzt schalteten über drei Millionen Menschen ein. Am Freitagabend ist der vierte Film zu sehen, "Kanzlei Liebling Kreuzberg - Ein Meisterstück" (Regie: Christoph Schnee, Drehbuch: Sabine Leipert).
Und der Geist von Krugs Robert Liebling ist diesmal besonders präsent, es dauert keine zwei Minuten, bis zum ersten Mal sein Name erwähnt wird. Und es hilft natürlich, dass eine der Protagonistinnen, die junge Anwältin Lisa Liebling (Luise von Finckh), Roberts Enkelin ist, die Tochter von dessen Tochter Sarah - damals wie heute verkörpert von Roswitha Schreiner.
Nostalgie und Zeitgeist
Die 61-jährige Schauspielerin erklärt die positive Resonanz auf die Neuauflage so: "Die Serie hat so etwas unendlich Positives, genau durch das Revival. Zumindest in der Fanpost, die mich haufenweise erreicht, lese ich viel von Nostalgie. Viele Zuschauer haben mit ihren Eltern und teilweise sogar Großeltern die Serie damals geschaut. Das löst wunderbare Erinnerungen an Familienverbundenheit aus. Die Serie ist auch für die jüngeren Zuschauer ein Zugewinn und die Themen der Episoden geben den Zeitgeist wieder, was verbindet."
Neben Schreiner ist auch Anja Franke, einst Robert Lieblings Anwaltsgehilfin, dabei. Als Sekretärin organisiert sie die Kreuzberger Kanzlei, die sich die idealistische Lisa und Roberts letzte Kanzleipartnerin, die rationale, wirtschaftlich denkende Dr. Talia Jahnka (Gabriela Maria Schmeide) teilen. Zwar gibt es auch diesmal Unstimmigkeiten ob ihrer unterschiedlichen Berufsauffassungen, doch Talias Lebensgefährte Fred (Christian Kuchenbuch) stellt schmunzelnd und ganz richtig fest: "Lisa färbt auf dich ab." Denn während Lisa den Fall des Azubis Thiago (Crispin Hausmann) übernimmt, der von Bäcker Dieter Seidl (Uwe Preuss), bei dem sie schon mit Opa Robert einkaufte, eine Gewinnbeteiligung verlangt, bekommt es Talia mit einem höchst ungewöhnlichen Klienten zu tun.
Der Geist des Robert Liebling
Der zwölfjährige Luca möchte sie mit seinem Taschengeld engagieren, weil seine Mutter nach einem Auffahrunfall den Schaden des anderen Wagens zahlen soll. Auslöser sei ein womöglich minderwertiger Airbag gewesen. Zu Beginn der Reihe hätte Talia den Jungen unverzüglich nach Hause geschickt. Doch mit seinen Argumenten trifft er einen Nerv bei der Anwältin mit der harten Schale.
Das verwirrt sie so sehr, dass sie Robert Lieblings Grab aufsucht und für eine herzerwärmend-nostalgische Szene sorgt: "Es geht alles drunter und drüber, ich nehme Fälle an, die ich sonst nie angenommen hätte", erzählt sie ihrem alten Freund. "Ich hab Regeln ... dachte ich. Jaja, lach du nur, lache! Aber ich kann den Jungen einfach nicht enttäuschen. Robert, Robert ... weißt du, du fehlst."