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"Nicht von schlechten Eltern": Das wurde aus den Stars der Kultserie


Autor: Teleschau  

, Freitag, 16. Januar 2026

Eine der beliebtesten Familienserien der 90er-Jahre: Was wurde aus den Darstellern von "Nicht von schlechten Eltern"?


Damals ein Überraschungserfolg: Als "Nicht von schlechten Eltern" 1993 in der ARD startete, waren die Einschaltquoten besser als erwartet, die Geschichte(n) der Familie Schefer, die von Kiel nach Bremen zieht, wollten damals Millionen TV-Zuschauer sehen. Wir zeigen, was aus den Darstellern der beliebten Vorabendserie wurde ...

Ulrich Pleitgen (als Wolfgang Schefer)

Er ist Kommandant eines Marinestützpunkts, Vater von vier Kindern und liebevoller Ehemann: Wolfgang Schefer wird von seiner Frau Sybille liebevoll "Käpt'n Hook" genannt. Eigentlich ist er eher ein ruhiger Charakter und behält meist die Nerven - außer wenn es um seine Familie geht.

Bekannt wurde Ulrich Pleitgen als überforderter Richter im preisgekrönten RAF-Drama "Stammheim" (1986). 1994 erhielt er für seine Darstellung des Wolfgang Schefer in "Nicht von schlechten Eltern" einen Bambi. Es folgten weitere Hauptrollen in Serien wie "K3 - Kripo Hamburg" und "Familie Dr. Kleist". Das Fernsehen blieb bis zuletzt sein Metier, im Kino waren seine Auftritte deutlich rarer gesät, neben Reinhard Hauffs "Stammheim" ist noch der Thriller "Der achte Tag" zu nennen. Pleitgen starb im Februar 2018 an Herzversagen. Er wurde 75 Jahre alt.

Sabine Postel (als Sibylle Schefer)

Sibylle Schefer (Sabine Postel) ist Hausfrau, Mutter und Musiklehrerin am Gustav-Heinemann-Gymnasium: Dementsprechend halten ihre vier Kinder sie nicht nur zu Hause, sondern auch in der Schule auf Trab. Und als ob das nicht genug wäre, muss sie sich zudem oft mit ihrem eifersüchtigen Ehemann und ihrer überfürsorglichen Schwiegermutter herumschlagen.

Im Mai 2024 feierte sie ihren 70. Geburtstag - und mit "Nicht von schlechten Eltern" ihren Durchbruch: Seit über 30 Jahren zählt Sabine Postel zu den beliebtesten TV-Schauspielerinnen des Landes, egal ob als geschiedene Mutter in "Nesthocker - Familie zu verschenken" (1999 bis 2002), als "Tatort"-Kommissarin (1997 bis 2019) oder als Rechtsanwältin in "Der Dicke" und der Nachfolgeserie "Die Kanzlei". Zuletzt war Postel in "Sag einfach ja" zu sehen, einer Episode aus der Inga-Lindström-Reihe des ZDF.

Patrick Bach (als Felix Schefer)

Er ist das älteste der vier Kinder - und der ruhigste Spross der Schefer-Familie: Felix (Patrick Bach) überrascht seine Eltern, als er nach dem Abitur nach Tübingen geht, um Theologie zu studieren.

Schon vor seiner Rolle in "Nicht von schlechten Eltern" war Patrick Bach - vor allem dank der ZDF-Weihnachtsserie "Silas" und "Anna" bereits ein Star, nach dem Ende der Familienserie war er von 1998 bis 2006 in der RTL-Krimiserie "Die Wache" zu sehen. Danach tauchte Patrick Bach in den letzten 20 Jahren nur noch sporadisch in Gastrollen im Fernsehen auf - zuletzt 2022 in "Notruf Hafenkante". "Die letzten Jahre war ich wenig bis gar nicht als Schauspieler aktiv", sagte er in einem "Bild"-Interview. "Das liegt nicht daran, dass ich es nicht kann oder will oder zu schlecht geworden bin. Es liegt daran, dass sich das Fernsehen komplett verändert hat."

Tina Ruland (als Henrietta "Jenny" Schefer)

Sie ist die einzige Tochter der Familie - und sorgt für reichlich Wirbel: Henrietta "Jenny" Schefer (Tina Ruland) muss zunächst die Avancen des Schulmachos abwehren, verliebt sich dann in ihren ehemaligen Englischlehrer und bekommt mit ihm ein Kind.

Kurz bevor sie mit "Nicht von schlechten Eltern" ihre erste große Serien-Hauptrolle landete, war Tina Ruland durch die Komödie "Manta, Manta" (1991) berühmt geworden: Das Image des "Blondchens" aus dem Kultfilm mit Til Schweiger legte sie schnell ab. Bis heute ist Ruland als Seriendarstellerin ("Drehkreuz Airport", "Matterns Revier) und Gaststar ("Traumschiff", "SOKO Stuttgart") gefragt. Zuletzt kehrte sie mit der Fortsetzung "Manta Manta - Zwoter Teil" (2023) an der Seite von Til Schweiger ins Kino zurück.

Paul Frielinghaus (als Thomas Brenner)

Sie sorgen mit ihrer Beziehung für große Aufregung - nicht nur bei Familie Schefer: Nach zahlreichen Turbulenzen werden der Englischlehrer Thomas Brenner (Paul Frielinghaus) und Jenny Schefer nicht nur Eltern eines gemeinsamen Sohnes, sondern auch ein Ehepaar.

Bevor er in "Nicht von schlechten Eltern" seine erste große TV-Rolle übernahm, hatte Paul Frielinghaus an mehreren Theatern gespielt. Nach dem Ende der Familienserie wirkte er lange Zeit in einer weiteren erfolgreichen Serie mit: Von 2000 bis 2012 spielte er neben Claus Theo Gärtner den Rechtsanwalt Dr. Markus Lessing in der ZDF-Krimireihe "Ein Fall für zwei". Auch in der Krankenhaus-Serie "In aller Freundschaft - Die jungen Ärzte" wirkte er zuletzt in mehreren Episoden mit.

Steven Bennett (Moritz Schefer) und Ann-Kristin Leo (Benita Hansen)

Er hatte bereits in der Kinderserie "Hals über Kopf" sowie im Dieter-Hallervorden-Film "Didi - Der Experte" mitgewirkt: In "Nicht von schlechten Eltern" spielte Steven Bennett das "Finanzgenie" der Familie, Moritz Schefer. Schon während der Dreharbeiten zur zweiten Staffel zog seine Familie von Berlin in die USA nach Atlanta, die Schauspielkarriere gab er auf. 2008 erzählte Bennett im Interview mit der Fanseite "NvsE.de", dass er als Projektmanager für eine IT-Firma arbeite.

Sie spielte in allen drei Staffeln Benita Hansen, die Freundin von Moritz Schefer: Ann-Kristin Leo ist bis heute als Schauspielerin ("Die Wache", "Um Himmels Willen") aktiv, ihre bislang letzte Rolle hatte sie 2019 in der Folge "Minus 196" der "Wilsberg"-Krimireihe.

Colin Kippenberg (Alexander Schefer) und Renate Delfs (Lisbeth Schefer)

Er spielte das Nesthäkchen der Familie - das für den größten Knall der Serie sorgte: In Staffel drei sprengt Alexander Schefer (Colin Kippenberg) das Chemie-Labor der Schule in die Luft. Für den zu Serienstart 13-jährigen Schauspieler sollte es die einzige Rolle bleiben, 2005 schloss Kippenberg sein Studium als Diplom-Betriebswirt ab, 2019 gründete er eine Firma, die vegane Fruchtgummis herstellt. Die Schauspielerei, so sagte er einmal, sei ihm seinerzeit nicht so wichtig gewesen wie Schule und Studium. Es sei auf "Dauer ein Risikojob", weshalb er sich zuletzt für die "Sicherheit" entschieden habe.

Lisbeth Schefer war die coole Oma, die auch mal mit ihren Enkeln an der Konsole zockte: Für Renate Delfs war ihre "Nicht von schlechten Eltern"-Rolle die größte ihrer TV-Karriere. Einen Namen machte sich die gebürtige Flensburgerin vor allem als Expertin für plattdeutsche Sprache, für deren Erhalt sie sich einsetzte. Bis zu ihrem Tod war sie aber auch immer wieder im Fernsehen zu sehen, zuletzt in "Matula" (2017). Delfs starb im Mai 2018 im Alter von 93 Jahren.

Quelle: teleschau – der mediendienst