Neue Kommissarin im Franken-"Tatort": So war der Einstieg von Rosalie Thomass
Autor: Susanne Bald
, Freitag, 23. Oktober 2026
Nach dem elften Fall, in dem Hauptkommissar Felix Voss (Fabian Hinrichs) beinahe im Alleingang ermittelt hatte, stieß im zwölften Franken-"Tatort" ein neues Gesicht zum Team: Rosalie Thomass als Kriminallhauptkommissarin Emilia "Emmy" Rathgeber. Ihr erster Fall entpuppte sich als menschliche Tragödie.
Im Herbst 2024 verabschiedete sich Dagmar Manzel als Hauptkommissarin Paula Ringelhahn nach zehn Fällen vom Franken-"Tatort". Zurück blieben Hauptkommissar Felix Voss (Fabian Hinrichs) und Kommissarin Wanda Goldwasser (Eli Wasserscheid), die im elften Fall "Ich sehe dich", mit einmaliger Hilfe von Sigi Zimmerschied als altem Polizeiarchivar, zu zweit auf Mördersuche gingen. Im zwölften Film des fränkischen Ablegers der Reihe feierte nun Rosalie Thomass in "Tatort: Gottesgarten" ihren Einstieg als neue Nürnberger Kriminalhauptkommissarin Emilia "Emmy" Rathgeber.
Worum ging es?
In einem Stundenhotel wurde der junge Elias Schaller (Moritz Bock) mit aufgeschlitzter Kehle aufgefunden. Emmy und Felix fanden heraus, dass Elias als Travestiekünstler arbeitete. In seinem Heimatdorf im oberen Maintal in Oberfranken sprachen die neuen Partner mit Elias' Eltern (Jule Gartzke und Horst Kummeth), die völlig unterschiedlich auf den Tod des Sohnes reagierten.
Parallel sah man, wie Elias' Sandkastenfreunde Toni (Leonard Scheicher) und Marcel (Anselm Ferdinand Bresgott) den seltsamen Dorfbewohner Thorsten Widner (Jörg Witte) entführten und misshandelten, das sie ihm die Schuld an Elias' Tod gaben. Man ahnte schon früh, was sich schließlich bestätigen sollte: Widner hatte sie als Jungen sexuell missbraucht und besonders Elias' Leben zerstört. Bei einem Indizienprozess wurde er aus Mangel an Beweisen jedoch freigesprochen.
Die Freunde hatten daher den Plan gefasst, Widner von Elias in eine Falle locken zu lassen, um ihn für eine vermeintliche neue Tat, die Vergewaltigung von Elias, dranzukriegen, da er für die alte nicht mehr juristisch belangt werden konnte. Doch der psychisch schwer angeschlagene Elias schaffte es nicht, den Plan durchzuziehen, und nahm sich selbst das Leben.
Zuvor rief er Toni an, der im Stundenhotel Elias' Messer und Handy an sich nahm und es später mit Marcel in Thorsten Widners Haus versteckte, um es wie Mord aussehen zu lassen. Am Ende konnten Emmy und Felix nicht verhindern, dass Toni Widner erschoss, um ihn wenigstens auf diese Weise zu bestrafen. Toni selbst starb durch eine Kugel aus Emmys Waffe. Gewinner gab es in diesem Krimidrama keine.
Worum ging es wirklich?
Die Einführung der neuen Hauptkommissarin wurde in diesem bewegenden Krimidrama schnell zur Randnotiz. Im Zentrum stand vielmehr das Lebensdrama von Elias, es ging um Toleranz, Akzeptanz und Empathie. Während seine Mutter erschüttert über seinen Tod war, gab sich Elias' Vater erschütternd kaltherzig. So erfuhr man von Frau Schaller, dass Elias schon früh gerne ihre Kleider und ihr Make-up trug, aber auch, dass er schon in jungen Jahren wegen psychischer Probleme behandelt wurde.
Elias' Vater wiederum hatte den in seinen Augen missratenen Sohn, der früher "a ganz braver Bub" gewesen sei, und seine Neigungen abgelehnt. Im Grunde sei der "Versager" selbst schuld an seinem Tod, wie er den schockierten Kriminalern mitteilte. Schaller ging es immer nur darum, was andere im Dorf und Beruf von ihm denken. Der Sohn sollte sich an seine Vorstellungen anpassen, Elias' wahre Identität, seine Wünsche und Lebensvorstellungen waren ihm dabei egal.