Neue Adaption eines Weltbestsellers: Das sind die Streaming-Tipps der Woche
Autor: Teleschau
, Donnerstag, 19. Februar 2026
Die BBC-Dramaserie "Lord of the Flies" adaptiert den Roman von William Golding erstmals in Form einer Fernsehserie, zu sehen bei WOW, während Netflix mit "Kacken an der Havel" einen wahnwitzigen Trip unternimmt. Welche Streaming-Highlights die kommende Woche noch bereithält, verrät die Übersicht.
Menschen, die urplötzlich aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen und zur Schicksalsgemeinschaft werden - diese Art "Sozialexperiment" übt seit jeher eine große Faszination aus. Was passiert, wenn vertraute Strukturen verschwinden, wenn auf einmal nichts mehr ist, wie es vorher war, wenn sich eine Gruppe ohne äußere Regeln organisiert, wenn die Karten völlig neu gemischt werden - noch dazu in einem archaischen Umfeld? - Dann geht es ans Eingemachte, an den Kern dessen, was Mensch-Sein bedeutet. Und es geht um die ganz großen Fragen: Wer übernimmt die Führung? Wer widersetzt sich ihr? Wer wächst über sich hinaus? Wer offenbart innere Abgründe? Wer überlebt, und wer schafft es nicht? - Epische Serien wie "Lost" (2004-2010), Filme wie "The Experiment" (2010) oder "The Purge" (seit 2013) zeigen eindrucksvoll, wie schnell sich die Machtverhältnisse verschieben können, wenn gesellschaftliche Ordnung wegfällt. Genau an diesem Punkt setzt auch die Serie "Lord of the Flies" bei WOW an. Was die Streamer in den nächsten Tagen noch zu bieten haben, erfahren Sie in der Übersicht.
"Lord of the Flies" - WOW
Die vierteilige BBC-Dramaserie "Lord of the Flies" (ab Dienstag, 24. Februar, auf Sky und WOW streamen) basiert auf dem gleichnamigen Weltbestseller von William Golding. Das Drama erzählt die Geschichte einer Gruppe von Jungen, die nach einem Flugzeugabsturz auf einer einsamen Insel stranden. Ohne Erwachsene, ohne Zivilisation und ohne klare Regeln müssen die Überlebenden miteinander auskommen. Die Kinder sind zwischen sechs und zwölf Jahre alt, vollkommen auf sich allein gestellt - und sich auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.
Ein Teil der Jungen stammt aus einer Eliteschule und kennt sich bereits. Ihr Anführer ist Jack (Lox Pratt), selbstbewusst, dominant und überzeugt davon, die Kontrolle behalten zu müssen. Die übrigen Jungs schließen sich ebenfalls zusammen und wählen Ralph (Winston Sawyers) zu ihrem Anführer. Gemeinsam mit Piggy (David McKenna) versucht Ralph, Strukturen zu schaffen und vor allem eines zu erreichen: gefunden und gerettet zu werden. Die namenlose Pazifikinsel selbst wirkt zunächst wie ein Paradies. Doch dieser trügerische Frieden hält nicht lange. Die Spannungen zwischen den Jugendlichen wachsen, alte Gegebenheiten verlieren an Bedeutung. Was idyllisch beginnt, kippt zunehmend in eine spannungsgeladene Atmosphäre aus Misstrauen, Angst und Aggression.
"Lord of the Flies" zeigt eindrucksvoll, wie sich der Mensch verändert, wenn Zivilisation und gesellschaftliche Ordnung wegfallen. Die Serie wirft unbequeme Fragen auf: Braucht jede Gruppe zwangsläufig eine Führung? Was passiert, wenn Macht wichtiger wird als Gemeinschaft? Und wie dünn ist die Grenze zwischen Kultur und Wildheit, besonders dann, wenn der Charakter bereits in einer zivilisierten Welt geprägt wurde?
"Kacken an der Havel" - Netflix
Schon von Kacken an der Havel gehört? Dem verschlafenen Örtchen mitten im brandenburgischen Nirgendwo? Wenn nicht, liegt es wohl daran, dass das Dorf fiktiv ist und lediglich die Kulisse für die neue deutsche Netflix-Serie gleichen Namens bietet. Im Gespräch dürfte Kacken trotzdem bald sein, denn so frei drehte der Streamer lange nicht bei einer seiner Produktionen. Die Serie "Kacken an der Havel" (ab 26. Februar) ist gaga, absurd, voller verrückter Ideen, mit Situationskomik bis zum Abwinken.
Von seinem Heimatort wollte Toni (Anton "Fatoni" Schneider) eigentlich nichts mehr wissen. Die angestrebte Rap-Karriere in Berlin führte den Selbstzweifler in 18 Jahren jedoch lediglich in die Backstube eines Pizza-Lieferdienstes. Insofern kehrt der verlorene Sohn von Kacken geschlagen zurück, um seine Mutter zu beerdigen. Die Abschleppdienst-Betreiberin verendete beim Retten einer Ente: Erst stürzte sie von einem Baum, dann schlug ein Blitz in sie ein - oder kurz gesagt: "Sie wollte immer so sterben."
Dieser absurde Tod ist nur ein erster Vorgeschmack auf den Wahnsinn, den die Kreativköpfe Alex und Dimitrij Schaad in "Kacken an der Havel" entfesseln. Im titelgebenden Dorf trifft ein fusionierter Laden, halb Frisörsalon und halb Bestattungsunternehmen, auf die Veronica-Ferres-Gesamtschule, in der "Veronica-Ferres-Kunde" zum festen Lehrplan gehört. Dass es sich die Schauspielerin nicht nehmen lässt, als autoritäre Bürgermeisterin selbst aufzutreten, versteht sich von selbst.