Nadja Benaissa spricht in ARD-Doku über No-Angels-Anfänge: "Ich hatte keine Sekunde Zeit für mein Kind"
Autor: Teleschau
, Montag, 12. Oktober 2026
Als Mitglied der No Angels wurde Nadja Benaissa über Nacht zum Star - doch der Erfolg hatte auch Schattenseiten. In der ARD-Doku "No Angels - Das sind wir" spricht die heute 44-Jährige über die schwierige Zeit als junge Mutter und Sängerin.
2026 feiern die "No Angels" ihr 25-jähriges Bestehen. Die ARD-Doku "No Angels - Das sind wir" blickt zum Jubiläum auf die Anfänge der "Popstars"-Band zurück und zeigt die Erfolgswelle - aber auch die teils schweren Herausforderungen.
So berichtet Nadja Benaissa, die damals bereits Mutter einer Tochter war, wie schwierig es war, das Muttersein mit ihrem Leben als Star zu vereinbaren. Mit Blick auf die Anfänge der Band stellt sie klar: "Ich hatte keine Sekunde Zeit für mein Kind."
Dabei hätten laut der heute 44-Jährigen bereits im Vorfeld Gespräche stattgefunden - noch bevor sie offiziell als No-Angels-Mitglied verkündet wurde. "Ich muss ehrlich sagen, dass ich schon vorher wusste, dass ich in der Band bin", erklärt Benaissa. In den Gesprächen sei ihr zuvor signalisiert worden, dass "wir das hinkriegen" können. Außerdem sei ihr gesagt worden, dass sie ihr Kind stets mitnehmen könne. Die Realität habe jedoch anders ausgesehen.
Als die No Angels als Band starteten, habe sie "von frühmorgens bis nachts gearbeitet", erinnert sich Benaissa. "Und ich hatte keine Sekunde Zeit für mein Kind. Das war überhaupt kein Umfeld für Kinder."
Nadja Benaissa: "Ich war komplett traumatisiert"
Nadja Benaissa blickt in der Doku auch auf ihre eigene Kindheit zurück. Im Alter von zwölf Jahren wurde sie drogensüchtig, mit 14 lebte sie auf der Straße. Zwei Jahre später wurde die damalige Teenagerin schwanger und nahm mit 18 Jahren schließlich an "Popstars" teil. "Da konnte ich sowieso mit niemandem über irgendwas sprechen. Ich war komplett traumatisiert", beschreibt sie ihren damaligen Zustand. Sie habe "irgendwie versucht, durch den Tag zu kommen".
Produzent und Musiker Leslie Mandoki berichtet, es habe rund um die Bandgründung viele Gespräche gegeben. Dabei sei es plötzlich auch "um die Verwertbarkeit von Nadjas Lebensgeschichte" gegangen. "Das ist mir sehr, sehr aufgestoßen. Das hat das hässliche Gesicht unserer Industrie gezeigt", kritisiert Mandoki. Er habe einen väterlichen Instinkt verspürt und versucht, "sie ein bisschen zu schützen".
Benaissasschwere Situation blieb auch bei ihren Bandkolleginnen nicht unbemerkt. Rückblickend weiß Sandy Mölling: "Das war alles gar nicht so einfach, das war echt hart für Nadja."