Nach überschwänglichem Modric-Lob im ZDF gesteht Christoph Kramer: "Ist schlecht gealtert"
Autor: Martina Borgschulze
, Donnerstag, 18. Juni 2026
Die "Three Lions" spielen plötzlich offensiv, Luka Modric macht den ersten Fehler in 20 Jahren und Christian Streich verwirrt mit taktischen Analysen: So lief das Duell England - Kroatien.
Eines war vor dem Anpfiff der Partie England - Kroatien so gut wie sicher: Anders als zuvor Spanien (gegen Kap Verde) und Portugal (gegen DR Kongo) könnte sich in diesem Spiel keine der beiden Mannschaften wirklich blamieren. Zwar stellen die Engländer mit geschätzten 1,5 Milliarden Marktwert den vermutlich teuersten Kader dieser WM (wobei ... was verdient CR7 eigentlich in Saudi-Arabien?), aber mit den Kroaten ist bei einer Weltmeisterschaft stets zu rechnen.
Das kleine Land bringt, da ist sich die ZDF-Expertenrunde einig, immer wieder herausragende Sportler hervor. "Ich weiß nicht, was die da unten essen", begeistert sich Christoph Kramer. "Das gleiche wie Cristiano Ronaldo", vermutet Jochen Breyer. Der Sixpack des 41-Jährigen war zuvor Thema, und Christian Streich hatte sich zu einem Vergleich mit Lucas Höler hinreißen lassen, was noch Folgen haben würde. Aber dazu später.
"60 years of hurt"?
Erst einmal geht es um die Kroaten, deren Super-Super-Star Modric Chris Kramer aufrichtig bewundert, weil er keinerlei Allüren habe. Und weil er "in den letzten 20 Jahren keinen Fehler gemacht hat". Die Aussage wird ihm Jochen Breyer noch aufs Brot schmieren.
Dann dreht sich natürlich alles um die "Three Lions". Bei der EM 2024 waren die Engländer die große Enttäuschung. Damals stellte ZDF-Co-Kommentator Moritz Volz fest: "Gareth Southgate sitzt im Ferrari, aber fährt wie meine Oma."
Nun sitzt bei den Engländern ja inzwischen Thomas Tuchel am Steuer. Ob er das selbige aber auch herumreißen kann, bezweifelt nicht nur Kramer. Sondern auch das englische Boulevardblatt "The Sun". Wer glauben würde, mit dem von Tuchel zusammengestellten Kader könne man Weltmeister werden, müsse mal seinen Kopf untersuchen lassen, hatte sie vor der WM geschrieben. Christian Streich dazu ganz entspannt: "Was die 'Sun' schreibt, interesschiert nicht."
Die Engländer sehnen sich bekanntlich nach ihrem zweiten Titel. "60 years of hurt", sagt ein sympathisch unpatriotischer Englandfan vor dem Stadion. Und auch die Experten betonen immer wieder, dass England seit 60 Jahren auf einen Titel wartet. Was ja genaugenommen nicht stimmt. 1966 wurde man schließlich Weltmeister, man WARTET also höchstens seit 58 Jahren auf einen Titel - wenn man die EM mitzählt.
Streich erklärt den Superstürmer
Für den Standort des englischen WM-Quartiers wurde übrigens eine Tornado-Warnung ausgegeben, aber vielleicht hat man das auch einfach mit der Ankunft von Harry Kane verwechselt. (Entschuldigung, aber der musste sein.) Christian Streich scheint das jedenfalls zum Anlass zu nehmen, um Jochen Breyer zu erklären, wie der Superstürmer die gegnerischen Abwehrreihen durcheinanderwirbelt.