Nach dem Saarbrücken-"Tatort": Warum ist die Flutung von alten Stollen umstritten?
Autor: Elisa Eberle
, Dienstag, 03. Februar 2026
Der siebte Saarbrücken-"Tatort: Das Böse in Dir" führte Kommissarin Esther Baumann (Brigitte Urhausen) nach Jahrzehnten zurück in ihr Heimatdorf. Dort leben zwei verfeindete Lager. Streitpunkt ist unter anderem die Frage, was mit den alten Gruben passiert. Ein hochaktuelles Thema ...
Ein Jahr mussten sich die Zuschauerinnen und Zuschauer gedulden, bis der Cliffhanger aus dem sechsten Saarbrücken-"Tatort: Das Ende der Nacht" aufgelöst wurde. Seit Sonntagabend ist nun klar, was viele schon vermutet hatten: Kommissar Leo Hölzer (Vladimir Burlakov) hat die Explosion am Ende des letzten Krimis überlebt.
Der "Tatort: Das Böse in Dir" (Regie: Luzie Loose, Buch: Daniela Baumgärtl, Kim Zimmermann) begann an seinem ersten Arbeitstag, der schnell erneut eine persönliche Richtung einschlug: In Hohenweiler, einem Dorf an der französischen Grenze, wurde ein toter Mann gefunden. "Da bin ich aufgewachsen", gestand Kommissarin Esther Baumann (Brigitte Urhausen) ihren Kollegen.
Dass es sich offensichtlich um keine schöne Kindheit gehandelt hat, wurde dem TV-Publikum wie auch Esthers Kollegen Leo, Adam Schürk (Daniel Sträßer) und ihrer Kollegin Pia Heinrich (Ines Marie Westernströer) schnell klar: "Es gibt die Familie Feidt und die Familie Louis. Sie hassen sich bis aufs Blut", erklärte Esther: "Immer schon! Wenn ein Feidt einen Unfall baut, hat ihm ein Louis die Vorfahrt genommen. Und wenn einem Louis ein Baum auf den Kopf fällt, hat ein Feidt ihn vorher angesägt. Dann gibt's Rache."
Worum ging es im "Tatort: Das Böse in Dir"?
Einem Racheakt, so die anfängliche Vermutung, fiel auch Emil Feidt zum Opfer: Der IT-Unternehmer wurde erstochen vor seinem Wagen in einem Waldstück gefunden. Der Sohn des Opfers, Peter Feidt (Albert Lichtenstern), beschuldigte die Louis-Familie: "Meine kleine Schwester wurde auch umgebracht von Claire Louis." Becky Feidt war fünf Jahre zuvor tot in einem Fluss gefunden, an dessen Ufer sie sich regelmäßig mit ihrer besten Freundin Claire Louis traf.
Dass Peter Feidt mit dieser Anschuldigung zumindest teilweise recht hatte, wurde erst gegen Ende des 90-Minüters klar: Claire Louis (Carolin Wege) und Becky Feidt, so stellte sich heraus, waren einst ein Paar. Doch dann habe Becky die Beziehung beendet, berichtete Claire: "Ich hab sie geschubst. Ich war so sauer. Ich hab sie geliebt, und dann hat sie Schluss gemacht, und dann hab ich sie gehasst." Der Barbesitzer Clemens Scherf (Fabian Stumm) wurde zufällig Zeuge des Ereignisses und war überzeugt: "Das war ein Unfall!" Claire habe nicht gewollt, dass Becky stirbt: "Ich hab ihr eingeschärft, dass sie nichts sagen darf, dass sie nie da gewesen ist. Wir hatten doch endlich Frieden!"
Was er nicht wusste: Emil Feidt hatte eine Spionage-Software auf Claires Handy installiert und konnte ihre Nachrichten mit Clemens mitlesen. Er griff Clemens an, der wehrte sich, und Emil Feidt starb.
Worum ging es wirklich?
Neben dieser tragischen Geschichte schnitt der "Tatort: Das Böse in Dir" allerdings noch ein aktuelles gesellschaftliches Thema an: Emil Feidt hatte zu Lebzeiten eine Bürgerinitiative gegründet, die gegen die geplante Flutung der alten Kohlegruben protestierte.