Nach Baustellen-"Tatort": Was hat es mit der Endlos-Sanierung der Kölner Oper auf sich?
Autor: Eric Leimann
, Donnerstag, 08. Januar 2026
Im Kölner "Tatort: Die Schöpfung" ermitteln Freddy Schenk (Dietmar Bär) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) auf der Baustelle Oper. Ursprünglich sollte das Haus von 2012 bis 2015 umgebaut werden. Fertig wird man nun 2026. Was lief schief und welche anderen Endlos-Baustellen gibt es in Deutschland?
Der Kölner "Tatort: Die Schöpfung" spielt auf einer seit 14 Jahren existierenden Baustelle. Ursprünglich sollte der Krimi mit den Ermittlern Freddy Schenk (Dietmar Bär) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) im fertiggestellten Opernhaus spielen - doch wegen andauernder Verzögerungen musste an verschiedenen Spielorten, auf Baustellen und in Provisorien gedreht werden.
Warum dauerte dem Umbau so lange? Welche deutschen Rekord-Baustellen gibt es derzeit? Und wovon erzählt eigentlich "Die Schöpfung"?
Worum ging es?
Eine Mitarbeiterin der Kölner Oper wurde ermordet. Die Erschossene arbeitete in der Requisite. Ihr Körper wurde drapiert wie für eine Opern-Inszenierung. Intendant Darius Henning (Stephan Grossmann) ist entsetzt über den Mord an seiner Kulturstätte. Gleichzeitig durfte der Manager den Spagat zwischen einer Endlos-Renovierung seines Stammhauses und den Ausweich-Spielstätten nicht aus dem Blick verlieren.
Hilfreich bei den Ermittlungen war Multi-Handwerkerin Eva Krüger (Katja Bürkle), das Mädchen für alles an der Kölner Oper. Sie kennt sich in den Gebäuden aus wie keine andere - und öffnete den Ermittlern viele Türen. Ballauf und Schenk fiel die junge Sängerin Valerie Schmitt (Hannah Schiller) auf. Sie schien unter Druck zu stehen. Die Kommissare erforschten die Gewerke des Opernhauses - sowie die Wünsche, Ängste und Marotten seiner Mitarbeitenden.
Worum ging es wirklich?
Drehbuchautor Wolfgang Stauch, der immer wieder mit clever geschriebenen Folgen wie "Anne und der Tod" (Stuttgart) oder den Kölner Premium-Folgen "Vier Jahre" oder "Diesmal ist es anders" auffällt, ist kein wirklicher Opernkenner. Was in diesem Krimi nicht schlimm ist, denn Stauch interessiert sich für die Dinge hinter den Kulissen des Sangespektakels wie Logistik und Betrieb einer Oper.
Er wollte laut eigener Aussage "keine 'Startenor liebt Starsopranistin-Story, sondern den Mikrokosmos hinter der Bühne erzählen". Deshalb spielt sein Krimi in Werkstätten, im Kostümfundus oder in der Maske und erzählt von jenen Menschen, die den mittelständischen Betrieb Oper am Laufen halten.
Warum dauert der Umbau der Kölner Oper so lange?
Als Kardinalfehler des Projekts gilt die Annahme, modernste Bühnentechnik und Haustechnik könnte relativ problemlos in die denkmalgeschützten Gebäude aus den 50er-Jahren integriert werden. Das stelte sich als grober Fehler heraus. Hinzu kamen gravierende Planungs- und Steuerungsfehler: wiederholt unzureichende Bauleitung, mangelhafte Koordination der Gewerke, Probleme beim Brandschutz und immer neue Mängel, die zu Nacharbeiten und weiteren Verzögerungen führten.