"Muss man kaufen": Rakete bei "Bares für Rares" versetzt Händler in "Midlifecrisis"
Autor: Teleschau
, Donnerstag, 26. Februar 2026
Wenn ältere Herren intergalaktisches Retro-Spielzeug vorgesetzt bekommen, werden sie gerne gedanklich in ihre Kindheit katapultiert. Vermag es dieses Mal ein Objekt in der ZDF-Trödelsendung "Bares für Rares" gar, eine "Midlifecrisis" auszulösen?
"Wow", entfuhr es Horst Lichter, als er das gute Stück erblickte - und ein wenig Wehmut schwang mit: "Sowas hatte ich als Kind nicht." Neben nostalgischen Gefühlen weckte das Objekt allerdings noch ganz andere Emotionen. Ein Händler witterte sogar eine "Midlifecrisis".
Im Fokus stand ein altes Spielzeug, das definitiv nichts für den noch jungen Nachwuchs von Verkäufer Jörg war. Dafür sei das Ganze "ein bisschen filigran". Also durfte das Stück nun in erfahrenere Hände weiterziehen. Jörg hatte das Set einst als Neunjähriger von seinen Eltern bekommen. Das Erinnerungsstück stammte aus der Anime-Reihe "Captain Future", die 1980 ihren Weg nach Deutschland gefunden hatte. "Seitdem war das ein Dauerbrenner", erklärte auch Detlev Kümmel.
Das Raumschiff namens Future Comet setzt sich aus mehreren Einzelteilen zusammen. Vorne ließ sich ein Blick in die Kommandozentrale werfen und Bauteile konnten entnommen werden, wie der Experte demonstrierte. Selbstverständlich konnte das Fluggerät auch Protonenraketen abfeuern. Ob Horst Lichter bereit für den Test sei? "Ich bin startklar." Also: Feuer frei! Der Abschuss glückte, und Lichter staunte: "Das geht aber ab!"
Expertise für Rakete verwundert Horst Lichter: "Echt jetzt?"
Hersteller des Spielzeugs war die Firma Popy, die das Merchandisingprodukt einst weltweit vertrieben hatte. Das hier präsentierte Modell stammte von 1980, das somit direkt zur Einführung der Serie hierzulande auf den Markt kam. Ganz makellos war das Set zwar nicht mehr - "es ist alles etwas bespielt" -, doch das Chogokin-Modell aus Metall und Kunststoff brachte es trotzdem auf 300 bis 350 Euro. "Echt jetzt?", wunderte sich Lichter über den hohen Wert und drückte Jörg die Händlerkarte in die Hand.
"Warnhinweis: Nicht mit den Raketen in Gesichtshöhe schießen", las Christian Vechtel im Händlerraum vor und gestand, dass er solche Texte auf Verpackungen "als Kind nie gelesen" habe. Sein tschechischer Kollege Jan Cizek wiederum merkte beim Anblick des Spielzeugs ein wenig traurig an: "Sowas war sehr westlich und bei uns verpönt, leider."
"Wir kommen ja ungefähr aus der gleichen Zeit und wollen uns ja nicht im Sandkasten streiten", wandte sich Christian Vechtel nach den ersten Geboten in Richtung Verkäufer. Ob der wohl mit 200 Euro zufrieden war? "Wenn ein Förmchen Sand noch draufgeht", konterte Jörg kämpferisch und nannte 250 Euro als Wunsch. "Ein teures Förmchen", fand Vechtel, schlug aber ein. "Vielleicht ist es Midlifecrisis, aber sowas muss man kaufen", kommentierte der Händler den Deal augenzwinkernd.
Pokal lässt "Bares für Rares"-Händler jubeln
Auf dem Expertentisch thronte als Nächstes ein stattlicher Silberpokal, der sofort Eindruck machte. Das kunstvoll gearbeitete Stück war einst als kaiserlicher Ehrenpreis bei einem Jagdrennen vergeben worden. Dr. Bianca Berding sprach von einem "Gewinn mit großem Symbolgehalt". Kaiser Wilhelm II. hatte die Trophäe am 23. Juni 1901 persönlich verliehen. Statt der erhofften 3.000 Euro setzte die Expertin den Wert höher an: 4.200 bis 4.500 Euro hielt sie für realistisch.