Müller-Wohlfahrt packt in Doku über Pep-Zerwürfnis beim FCB aus: "Der Arzt war schuld"
Autor: Julian Weinberger
, Freitag, 16. Oktober 2026
Vom "ersten großen Guardiola-Fan" bis zum Rücktritt: Mit Pep Guardiola hatte Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt beim FC Bayern bekanntlich seine Probleme. Wie schlimm das Verhältnis war, erklärt der Mediziner nun in einer neuen TV-Doku.
"Ich war der erste große Guardiola-Fan", bekennt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in der neuen Sky-Doku "Müller-Wohlfahrt - Der Arzt der Champions" (ab 23. Oktober). "Ich war freudestrahlend, als er kam." Doch die großen Hoffnungen, die er in die Ankunft des damals neuen Bayern-Trainers gesteckt hatte, wurden rasch enttäuscht. "Nach drei oder vier Tagen bin ich aus dieser Wolke abgestürzt", erinnert sich Müller-Wohlfahrt.
"Ich musste am eigenen Leibe erfahren, dass mich dieser Trainer nicht mag und er mir das Handwerk schwer machen wird", beklagt der Mediziner. Pep Guardiola habe "bei jeder Gelegenheit Kritik" geäußert. Im Falle von Thiago Alcántara habe sich der Konflikt besonders deutlich gezeigt.
Statt den spanischen Mittelfeldstar bei Müller-Wohlfahrt behandeln zu lassen, ließ Guardiola seinen Spieler in Spanien fitspritzen. Bei dessen Rückkehr habe "Mull" festgestellt, dass das Innenband noch immer beschädigt sei. Doch der Trainer ignorierte den Rat des Arztes ("Du kannst nicht trainieren, ich lass das nicht zu") - und Thiago zog sich einen Komplettabriss zu.
Hoeneß über Müller-Wohlfahrts Zoff mit Guardiola: "Da sind zwei Sturköpfe aufeinandergetroffen"
Endgültig zerrüttet war das Verhältnis dann nach einer Champions-League-Niederlage gegen den FC Porto: "Der Arzt war schuld an der Niederlage", blickt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt im Sky-Film zurück. "Da bin ich in mich gegangen, habe eine Nacht drüber geschlafen und am nächsten Tag entschieden: Ende, das kann ich mir nicht gefallen lassen." Uli Hoeneß sagt zu dem Konflikt von damals in der Doku: "Pep ist ein sturer Katalane. Da sind zwei Sturköpfe aufeinandergetroffen."
Zum Happy End beim FC Bayern München kam es für Müller-Wohlfahrt trotz zwischenzeitlichen Rücktritts am Ende aber dann doch. Jupp Heynckes knüpfte 2017 die Rückkehr in den Trainerstuhl an eine Bedingung: "Er nimmt den Job an, wenn der Mull wieder da ist." Daraufhin habe ihn Uli Hoeneß "bekniet", zurückzukommen, schildert Müller-Wohlfahrt das Gespräch. Er kam dem Wunsch nach, erlebte an der Seite von Heynckes eine der erfolgreichsten Zeiten der Klubgeschichte mit und verabschiedete sich 2020 im Guten vom FC Bayern.
Quelle: teleschau – der mediendienst