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"Mein Körper foltert mich": Susanne leidet unter Schlaflosigkeit - dann ergreift sie eine Maßnahme


Autor: Gianluca Reucher

, Montag, 12. Januar 2026

In der ZDF-Reportage "37°: Schlaflos - Wenn die Nacht zum Feind wird" versuchen drei Betroffene ihre Schlaflosigkeit zu überwinden. Dabei greifen sie zu unterschiedlichen Maßnahmen. Was hilft wirklich?


Es ist ein Problem, das wohl so ziemlich jeden schon einmal beschäftigt hat und worunter Studien zufolge mehr als ein Drittel aller Menschen in Deutschland sogar regelmäßig leiden: Schlaflosigkeit. Die ZDF-Reportage "37°: Schlaflos - Wenn die Nacht zum Feind wird" begleitet drei Menschen bei dem Versuch, der ewigen Müdigkeit zu entkommen und zur späten Stunde endlich ausreichend Ruhe zu finden.

In dem Film von Daniela Hoyer geht es unter anderem um Susanne, die jeden Abend vor dem Zu-Bett-Gehen ihren Schlaf-Tee trinkt und zum Runterkommen noch ein wenig mit ihrer Hündin Anni kuschelt. Was eigentlich nach einem sinnvollen Entspannungs-Ritual klingt, klappt in der Realität nur bedingt: "Jeden Tag ist die Angst groß, weil man nicht weiß, wann komme ich in den Schlaf", erklärt die 58-Jährige und fügt an: "Das verfolgt dich immer, jeden Tag."

Susanne lebt alleine und hat eigentlich immer gerne geschlafen. Doch dann folgt eine Brustkrebs-Diagnose, die sie durch Tabletten verfrüht in die Wechseljahre katapultiert. "Seitdem kann ich nicht gut schlafen - oder auch manchmal gar nicht", berichtet sie verzweifelt. Unzählige Methoden hat sie schon ausprobiert. Jetzt sollen es sogenannte Schlafsteine richten - doch wieder bleibt der Erfolg aus. Was hilft denn nun wirklich gegen diese andauernde Schlaflosigkeit?

"Es ist wie so ein Nebel im Kopf, der einen sehr langsam macht"

Auch Waldemar sucht nach einer Lösung für das Problem. Seit zehn Jahren schläft der 36-Jährige schlecht - und spürt die Auswirkungen vor allem, wenn die Nacht vorbei ist: "Ich habe tagsüber wie so eine Art Schleier im Kopf, Schleier vor den Augen, dass man alles so ein bisschen trüb sieht, dass man halt einfach nicht so den klaren Gedanken fassen kann. Es ist einfach wie so ein Nebel im Kopf, der einen sehr langsam macht", sagt der leidenschaftliche Sportler, der sein Training im Fitnessstudio nach der Arbeit nur mit einem zusätzlichen Energie-Boost bewältigt kriegt.

Legt sich Waldemar ins Bett, dann kreisen die Gedanken. Er spürt Druck, macht sich Sorgen. Wenn ihn am Tag irgendwas belastet hat, dann wisse er bereits: Es steht eine schlaflose Nacht bevor. Für den selbstständigen Personaltrainer, der auch noch als Einkäufer im KfZ-Großhandel arbeitet und zusätzlich eine Weiterbildung zum Ernährungsberater macht, ist klar: So kann es nicht weitergehen.

Katharina muss sich in der Nacht teils sogar bewusst wach halten. Die 28-Jährige hat als Krankenpflegerin immer wieder Nachtdienst. Die ständigen Schichtwechsel bereiten ihr Probleme und verhindern einen klaren Rhythmus. Ein Jobwechsel kommt für sie allerdings nicht infrage, liebt sie doch ihre Arbeit. Was können Menschen wie sie, Waldemar und Susanne also tun, um endlich konstant erholsam zu schlafen?

Was hilft gegen Schlafstörungen? Drei Betroffene wagen unterschiedliche Maßnahmen

"Früher hat man die Leute wach gehalten - das sind Folter-Methoden. Mein Körper foltert mich. Wie blöd ist das denn?", fragt Susanne in der ZDF-Doku und nimmt ihre Situation mit Galgenhumor. Weil sie nicht mehr weiter weiß, greift sie zu einer Maßnahme und engagiert einen Schlaf-Coach. Der erkennt schnell, was Susanne falsch macht: "Wenn du in Zukunft merkst, ich habe ein Problem um zehn Uhr einzuschlafen, dann müssen wir einfach den Schlafdruck bei dir erhöhen. Das heißt: Du gehst später schlafen."

Der Schlaf-Coach rät außerdem zu einem Schlaf-Tagebuch, um sich vor Augen zu führen, an welchen Tagen das Schlafen gut funktioniert und an welchen nicht. "Dann kann man sozusagen von diesen guten Tagen lernen und gucken, wie habe ich mich verhalten an diesem Tag", so der Experte. Wochen später resümiert Susanne, dass der Rat mit dem Schlafdruck geholfen hat: "Diesen Tipp fand ich gut: Auf seinen Körper hören, wann bin ich wirklich müde?" Auch das Schlaf-Tagebuch möchte sie weiter führen. Sie gibt an, dass sich ihre Einstellung zum Schlaf zum Positiven verändert hat.

HIlfsmittel bei Schlafstörungen: Zwischen Atemmaske und Meditation

Waldemar probiert es mit einer anderen Methode. Er sucht ein Schlaflabor in Köln auf und erhofft sich von den vielen Kabeln, die an seinem Körper angeschlossen werden, hilfreiche Ergebnisse. Das Schlafen, während er von einer Kamera überwacht wird, klappt im Labor jedenfalls auch nicht gut. Der Schlafmediziner stellt fest, dass Waldemar von seinem eigenen Schnarchen gestört wird und unter einer mittelschweren schlafbezogenen Atmungsstörung leidet. Der Arzt empfiehlt eine Atemmaske - oder alternativ eine Zahnschiene.

Auch Katharina kämpft gegen ihre Schlaflosigkeit an. Bei der Meditation lernt sie Atemtechniken, die ihr beim Einschlafen helfen sollen. "Während du ganz natürlich ein- und ausatmest, sprichst du nun folgenden Satz: Einatmen, ich atme ein. Ausatmen und lasse sein", gibt die Trainerin vor. Es geht um bewusstes Loslassen, um sich zu entspannen. "Tatsächlich ist der Kopf gefühlt leer. Ich konnte eigentlich ganz gut abschalten jetzt", sagt Katharina und bemerkt auch bei einem ersten Praxistest in der Nacht: "Das hat tatsächlich geholfen." Sie will es weiter mit Meditation versuchen und hofft, dass ihr Schaf Schritt für Schritt besser wird.

Die komplette Reportage "37°: Schlaflos - Wenn die Nacht zum Feind wird" läuft am Dienstag, 13. Januar, um 22.15 Uhr im ZDF und ist ab sofort in der ZDF-Mediathek verfügbar.

Quelle: teleschau – der mediendienst