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Matthias Brandt wandert für das ZDF durch die deutsche Frühgeschichte


Autor: Eric Leimann

, Freitag, 06. November 2026

In "Terra X - Die Geschichte der Deutschen" nimmt Matthias Brandt die Zuschauer mit auf eine Reise von den ersten Flötentönen auf der Schwäbischen Alb bis hin zu den Kelten und fragt, wie aus Jägern und Sammlern die Gesellschaft wurde, die wir heute kennen.


Kann es sein, dass die ersten Deutschen dunkelhäutig waren und blaue Augen hatten? Mit verblüffenden Erkenntnissen beginnt die Doku-Serie "Terra X - Die Geschichte der Deutschen", der Schauspieler Matthias Brandt ein Gesicht gibt. Fünf Folgen ist die erste von mehreren geplanten Staffeln lang. In der Mediathek steht die Reihe bereits ab Montag, 9. November. Linear lassen sich die übrigen Folgen dienstags um 20.15 Uhr und sonntags um 19.30 Uhr sehen.

Die Reise startet vor rund 40.000 Jahren auf der Schwäbischen Alb. Die ersten modernen Menschen hinterließen dort nicht bloß Werkzeug und Jagdwaffen, sondern auch erstaunliche Kunst: Eine gefundene Flöte aus Gänsegeierknochen gilt als eines der ältesten Zeugnisse von Musik überhaupt, die Venus vom Hohle Fels hingegen als eine der frühesten Darstellungen des Menschen.

Die genetischen Spuren jener Frühbewohner tragen wir bis heute in uns. Später bringen Zuwanderer aus Anatolien Ackerbau und Viehzucht ins heutige Deutschland, danach verändern Gruppen aus den eurasischen Steppen die Gesellschaft ein weiteres Mal. Die Bronzezeit verknüpft Regionen über weite Handelsnetze, in denen Rohstoffe und Wissen zirkulieren. Mobilität und Austausch, so die Botschaft, sind alles andere als Erfindungen der Moderne. Als bekanntestes Zeugnis jener Epoche gilt die Himmelsscheibe von Nebra.

Ob Matthias Brandt in der Doku auch seinem Vater begegnet?

Die aufwendige Dokumentation von Tamar Baumgarten und Christian Twente arbeitet immer wieder mit nachgestellten, inszenierten Szenen (Reenactment). Sie verbindet Archäologie, Genetik und Sprachwissenschaft mit Aufnahmen historischer Fundorte. Fachleute trennen Mythos von belastbarer Forschung und erzählen von Menschen, die gerade einmal einige hundert Generationen vor uns lebten. Zu den Stationen zählen die Familiengräber von Eulau, das Ringheiligtum von Pömmelte und die Heuneburg, eine der frühesten stadtähnlichen Siedlungen nördlich der Alpen.

Im Interview erklärt Brandt, was ihn an dem Projekt reizte: seine Begeisterung für Geschichte. Für den 65-jährigen Schauspieler und jüngsten Sohn des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers Willy Brandt ist der Blick zurück vor allem ein Werkzeug, um das Bestehende zu hinterfragen. Viele Menschen, sagt er, hielten den gegenwärtigen Zustand allzu schnell für endgültig. Wer sich mit langen historischen Linien beschäftige, begreife Wandel besser, und ein solches Geschichtsbewusstsein könne helfen, mit heutigen Herausforderungen gelassener umzugehen.

Das Sendungskonzept stammt aus Dänemark: Dort führte Schauspieler Lars Mikkelsen durchs Original. Ob Mikkelsen oder Brandt - als Presenter ist man bei dieser Art Historien-Doku mehr als nur eine Stimme aus dem Off. Brandt tritt als Protagonist vor die Kamera, agiert in den Szenen als Beobachter und Berichterstatter. Läuft die Staffel gut, sollen weitere folgen. Die Folgen eins bis fünf erzählen deutsche Frühgeschichte bis hinein in die Zeit der Kelten. Danach könnte die Geschichte der Deutschen fortgeschrieben werden bis in die Gegenwart. Ob Matthias Brandt dabei auch seinem Vater begegnet? Bis dahin müsste wohl noch die ein oder andere Staffel abgedreht werden.

Terra X: Die Geschichte der Deutschen - Knochen und Gene - So. 15.11. - ZDF: 19.30 Uhr

Quelle: teleschau – der mediendienst