Markus Lanz faucht SPD-Mann wegen Sozialabgaben an: "Hat ja heute Abend jeder mitgekriegt!"
Autor: Teleschau
, Mittwoch, 11. Februar 2026
Wohin geht die Reise für die SPD? Einschränkungen bei Sozialleistungen, wie vom Koalitionspartner CDU vorgeschlagen, akzeptiert die Partei nicht. Bei "Markus Lanz" warb Generalsekretär Tim Klüssendorf für die Gegenvorschläge aus seinen Reihen. Und musste sich unangenehme Nachfragen gefallen lassen.
Am Dienstagabend warb SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf bei "Markus Lanz" für das neue Grundsatzprogramm seiner Partei - oder versuchte es zumindest. Die Journalistin und Podcasterin Dagmar Rosenfeld sah die arbeits- und sozialpolitischen Reformvorhaben der SPD eher kritisch. Und auch der Moderator selbst nahm den 34-Jährigen unnachgiebig in die Mangel.
Als es um den Parteitag der SPD und deren künftige sozialpolitische Ausrichtung ging, kritisierte Klüssendorf, dass die gemachten Vorschläge aus dem Wirtschaftsflügel der CDU, Stichwort "Lifestyle-Teilzeit", "ausschließlich auf dem Rücken der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ausgetragen werden. Es wird ja kein einziger struktureller Vorschlag gemacht." Man könne zum Beispiel Ämterstrukturen zusammenführen und so für mehr Effizienz sorgen.
Hier wünschte sich Markus Lanz mehr Details. Konkret gehe es um die Zusammenführung von Grundsicherung, Kinderzuschlag und Wohngeld. Über Effizienzgewinne sei da einiges zu holen, argumentiere die SPD. Da müsse man, so Lanz, kein großes mathematisches Verständnis haben, um zu sagen: "Wenn Sie das alles zusammenlegen an einer Stelle, dann wird's ja dadurch nicht billiger."
Auf die Nachfrage des Moderators, wie viel dadurch gespart werde, wich Klüssendorf aus. "Ich kann das nicht genau beziffern", man sei ja erst am Anfang der Diskussion. Dennoch ist er von massiven Effizienzgewinnen überzeugt. "Sie sagen 'massive Effizienzgewinne', wissen aber nicht, was die Zahl ist?", hakte Lanz ungläubig nach.
Klüssendorf nannte als Beispiel die große Anzahl an gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland - 80 an der Zahl. "Und die haben alle ihre Infrastruktur, Organisation und Administration." Da sei es doch naheliegend, das in den Blick zu nehmen. "Ich verstehe nicht, warum man sich dagegen so versperrt."
"Gesundheitssoli"? - Dagmar Rosenfeld: "Überzeugt mich nicht"
Hitzig wurde es, als es um den von der SPD vorgeschlagenen "Gesundheitssoli" ging. Dieser werde etwa durch eine Abgabe auf Kapitalerträge und Mieteinnahmen erreicht. Das sei nicht effizient, warf Journalistin Dagmar Rosenfeld ein. "Kein Land außer den USA gibt gemessen an seiner Wirtschaftsleistung so viel für die Gesundheitsversorgung aus, und trotzdem sind wir bei der Lebenserwartung nur im Mittelfeld." Mit erhöhten Einnahmen kriege man das Problem nicht gelöst.
Kaum zu bremsen war Markus Lanz vor allem bei dem Thema, dass zwei Drittel des deutschen Mietwohnungsmarktes in der Hand von Kleinsparern seien. Das diene oft der Altersvorsorge. "Darauf wollen Sie jetzt noch mal eine Abgabe?"