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Manuela Schwesig versichert bei "3nach9": "Mit dem AfD-Wähler bleibe ich im Gespräch"


Autor: Marko Schlichting

, Samstag, 03. Oktober 2026

Obwohl Manuela Schwesig die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern nicht gewann, wird die SPD-Politikerin wohl Ministerpräsidentin bleiben. Im TV-Talk "3nach9" versprach sie am Freitagabend: Sie wird auch weiterhin mit den Menschen sprechen. Auch mit den Wählern der AfD.


Nach dem langen Wahlkampf im Mecklenburg-Vorpommern hat Manuela Schwesig (52) endlich mal einen Tag Freizeit gehabt. Das war am Mittwoch. Da ist sie gejoggt, zu ihrer Osteopathin gegangen und hat am Abend gegrillt, mit ihrem Mann und ihren Kindern. "Da habe ich richtig Fleisch gegessen und Salat", verriet sie am Freitagabend in der Radio-Bremen-Talkshow "3nach9".

Sie geht gerne über ihr Limit, wenn sie sich etwas vorgenommen hat. Dabei hatte sie eigentlich gar nicht Ministerpräsidentin werden wollen. "Nach der Wende wusste ich gar nicht, was das ist", räumte Manuela Schwesig im TV-Talk ein. Sie hätte sich auch vorstellen können, Tänzerin zu werden. Doch dazu war sie nicht gut genug.

An ihrem Amt liebt sie es, mit Menschen zu reden. Das hat sie von ihrer Oma gelernt. "Meine Oma ist jetzt hundert geworden. Das ist jetzt keine Drohung an meine politischen Gegner, aber ich hoffe, dass ich einen Teil ihrer Gene mitbekommen habe", sagte Schwesig lächelnd.

"Ein Aufregerthema für uns im ländlichen Raum ist das Thema Spritpreise"

Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern will eine Landeschefin für alle sein, versprach sie. Auch für Menschen, die sie nicht gewählt haben. "Seit meinem ersten Arbeitstag mache ich Bürgerdialoge vor Ort. Wir mieten eine Turnhalle an oder was gerade ist im ländlichen Raum, und da können alle kommen. Es kommen auch viele. Es stimmt überhaupt nicht, dass die Leute sich nicht interessieren." Diese Dialoge helfen ihr, Dinge besser einzuordnen und herauszufinden, wo bei den Menschen der Schuh drückt.

"Ein Aufregerthema für uns im ländlichen Raum ist wirklich das Thema Spritpreise", erzählte die SPD-Politikerin. Sie habe sich im Juni für eine Verlängerung des Tankrabatts eingesetzt, weil die hohen Benzinpreise die Menschen in ihrem Land besonders hart getroffen hätten. "Ich vertrete ein Bundesland, wo viele kleine und mittlere Einkommen haben, und die pendeln. Die pendeln zur Arbeit, die Pflegekraft, die zum nächsten Dorf fährt, der Landwirt, der Handwerker. Und es ging nur noch darum. 2,50 Euro ist wirklich für die Leute zu viel."

Auch in Zukunft will sie mit allen Menschen reden, "egal, ob sie zur Wahl gehen und wen sie wählen". Auch mit AfD-Wählern. "In meinen Bürgerdialog können alle Bürger kommen, und da sind auch Bürger dabei, die AfD wählen", gab Manuela Schwesig Auskunft. Sie unterstrich: "Ich unterscheide zwischen dem AfD-Wähler und dem Funktionär. Der Bürger hat das gute Recht, dass man miteinander im Gespräch bleibt und dass man sich auch Gedanken macht, was jetzt sein Punkt ist."

Das Problem seien die Funktionäre: "Sie trennen sich nicht klar von Rechtsextremisten. Ich habe es selber erlebt, dass ein AfD-Abgeordneter Gewaltandrohungen macht gegen die Ministerpräsidentin, Sexismus. Da sage ich ganz klar: Das will ich nicht für mich, das will ich aber auch nicht für die anderen Frauen und Mädchen in meinem Land." Auch deshalb sei eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht denkbar für Schwesig. Es sei Quatsch, zu denken, dass man mit AfD-Funktionären etwas Vernünftiges für ein Land hinbekommen könne, habe Schwesig gelernt. "Aber mit dem AfD-Wähler bleibe ich im Gespräch."

Quelle: teleschau – der mediendienst